Raus damit!

Ich konnte in unermesslichem Luxus schwelgen und Sonntag plus Montag als reine Schraubertage nutzen. Essen, schrauben, schlafen – herrlich.

So tat sich die Chance auf, nicht nur die neue Schleifmaschine zu montieren, sondern neben einigen Kleinigkeiten – wie der Beleuchtung und der hinteren Stoßstange – auch gleich den Motor samt Getriebe zu amputieren. Der Kleinkram war schnell getan, so dass am Montagmittag die verbliebenen Lebenssäfte abgelassen werden konnten.

Dem Werkshandbuch mal mehr, mal weniger folgend habe ich dann das komplette Kühlsystem ausgebaut und war erstaunt, dass Spencer gar nicht über ein Thermostat verfügte. Das erklärt so einiges… Wie auch immer, weiter ging’s. Das vordere Stehblech mitsamt Radiator und die LiMa verschwanden alsbald im Lager, das sich nun endlich füllte – und gab so den Blick auf das „große“ Herz des kleinen Briten frei.

Dank der Hebebühne, deren Höhe ich nun ausgereizt habe (ca. 120 cm Arbeitsplatz unterm Wagen) konnte ich recht bequem die Traverse unterm Getriebe lösen. Das Trennen der Muttern an der Kardanwelle war dann schon wesentlich schwieriger, denn die waren ordentlich angerottet, unheimlich weich und der Platz zum Schrauben recht beengt. Am Getriebe gaben die vier Kollegen aber trotzdem bald nach. WD40 forever! Nur am Differential muss ich mich noch um zwei Bolzen sorgen, die ggf. erst nach dem Ausbau der Hinterachse dran glauben müssen. Ich habe schon mal vorsorglich mit dem Stahlbohrer gedroht.

Nach einer halben Stunde Rumgefuchtel mit allerhand Zangen, Schlüsseln, Ratschen und Wasweißichwas an den vorderen Motorlagern fiel mir auf, dass die so hinderlichen Bleche, die jeden Platz raubten, selbst abschraubbar waren. Ein kluger Ingenieur wollte mir also den Kampf mit dem Metall ersparen. Danke nach Abingdon. Nur drauf kommen muss man selbst! So war es nun doch ein Leichtes, auch die vordere Befestigung des Aggregats komplett zu lösen. Dann kam der Ruck – der Motor war lose. Um den Block zu entfernen, habe ich den Wagen auf einen guten halben Meter Höhe befördert und den Motorkran horizontal ausgefahren. Ach ja, da waren noch einige Züge und Kabel, die zu entfernen waren. Bloß nicht vergessen… Stück für Stück ließ ich den Wagen und den Kran herunter. Der Motor hing vorn an der Wasserpumpe, hinten an der Kupplungsglocke und konnte beim Absenken so nach hinten geneigt werden, dass er schließlich über das vordere Blech hinweg ragte.

Was für ein Brocken. B-Motor und 4-Gang-Getriebe sind nicht aus Gusseisen, sondern aus Blei! Diesen Eindruck hat man zumindest, wenn der Trum am Haken hängt. Meine Guzzi – mit dezenten 205 Kg fast schon ein Leichtgewicht für Ihr Alter – hing auch schon des Öfteren am Kran, fühlt sich aber leichter an… Als Arbeitsplatz für den riesigen Haufen Metall dient nun eine alte Werkbank mit Metalloberfläche, was einem das Rumsauen mit Altöl etwas erleichtert.

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