Die Last von 45 Jahren

…ruhte bis vor kurzem auf Spencers Vorderachse. Nicht nur das Gewicht des Wagens – nein, auch andere unangenehme Begleiterscheinungen haben ihre Spuren an der Vorderachse hinterlassen: Der Fahrschemel, an dem die Querlenker hängen, war von oben bis unten massiv verschmutzt, denn über ihm verrichtet jahrzehntelang der inkontinente B-Motor seinen Dienst. Von unten tat die Fahrbahn ihr Übriges. Gestern habe ich das ganze nun lagertauglich in Kleinteile zerlegt. Entsprechend schmutzig war die Arbeit – die neuen Handschuhe waren am Abend gleich wieder wegwerftauglich…

Bremsen ab, Hebeldämpfer lose, Federn raus (eine davon war gebrochen!), Stabilisator ab, Querlenker demontieren – das war das Ziel. Mit etwas Widerstand ging auch alles recht problemlos – nur die Kugelkopfbolzen des Stabis waren so angerottet, dass der Hammer und ich brutal werden mussten. Den nicht mehr sichtbaren Gewindegängen der Winkelbolzen an den Fahrschemel-Außenseiten begegnete ich letztlich mit dem Edelstahlbohrer, was nach getaner Arbeit zu wunderschönen Stahlwürmern auf der Werkbank führte. Nun war alles lose und die letzten größeren Teile fanden Platz im mittlerweile wirklich vollen Lager.

Die zweite Tageshälfte verbrachte ich dann mit der Demontage der Beifahrertür. Bislang schlummerte sie mit Ihrem Zwilling noch auf dem Dachboden (zu wenig Platz, jaja…). Zunächst habe ich die Nieten der Zierleiste ausgebohrt, nicht ohne vorher die Scheibe hochzukurbeln. Andernfalls geht der Bohrer im Zweifel nicht nur durchs Blech, sondern auch gleich durchs Glas. Wäre nicht so schön, auch wenn die verkratzen Scheiben wohl sowieso getauscht werden müssen. Der Rest der Türzerlegung war an sich problemlos, auch wenn man sich bei den Hebeln und Gestängen erst mal kurz orientieren muss. Im Gegensatz zu modernen Aufbauten ist die B-Tür aber noch verhältnismäßig primitiv.

Die Fahrertür – recht Seite, versteht sich! – werde ich dann demnächst ebenso „klein machen“. Parallel denke ich gerade über die vielen weiteren Schritte nach. Denn fraglich ist, ob ich jetzt schon den Motor machen lassen soll, der ja dann wahrscheinlich noch mehr als ein Jahr herumsteht. Was ist dann mit Gewährleistung? Und wie geht’s mit der Karosserie weiter? KTL??? Sand- oder Kunststoffstrahlen? Macht es Sinn, das T9-Getriebe schon mal neu aufbauen zu lassen? Fragen über Fragen… Ich muss über Einiges wohl nochmal schlafen.

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