Negative Schwingungen

Da nun fast alle Komponenten schön sortiert im Lager schlummern, machte ich mich am Sonntag daran, die vorderen Stoßdämpfer und oberen Querlenker in Kleinteile zu zerlegen. Ob ich sie noch einmal einbauen werde, oder eine überarbeitete Vorderachsgeometrie mit Teleskopstoßdämpfern – wie etwa die von Moss – einbaue, ist für mich derzeit noch fraglich. Der Zustand der Teile war altersbedingt auf jeden Fall stark überholungswürdig.

Der linke Dämpfer hatte gar keine Dichtringe auf der Hebelwelle, weshalb sich im inneren des Dämpfers nur schleimig-schmierige Ölrestbestände befanden. So muss Saudi-Arabien in 50 Jahren aussehen! Erstaunlich dabei ist der extreme Metallabrieb in dieser leckeren Masse – da hat sich offenbar Metall an sich selbst gerieben. So wundert es nicht, dass Spencer auf der linken Pfote immer etwas lahmte, denn mit Dämpfung hatte das Teil sich in den letzten Jahren sicher nicht mehr beschäftigt. Schön aber, wenn man so den Grund für einen Defekt gefunden hat.

Mit viel Kraft, etwas Brutalität und möglichst langen Hebeln habe ich dann schließlich die Radnabe komplett trennen bzw. zerlegen können, denn die obere Mutter auf der vertikalen Nabenachse war ganz arg angerostet. Nur durch Abtragen des Rostes mit Metallbürsten und ordentlich Rostlöser ging’s dann irgendwann.

All das war – wie auch die vorherige Arbeit an der Vorderachse – eine echte Sauerei, denn man kämpft mit 45 Jahre altem Dreck, Lagerfett, rostigen Schrauben, schmierigem Dämpferöl und anderen Überresten eines ganzen Autolebens. Das Schrauben macht also höllisch Spaß, denn man kann ohne Rücksicht auf Verluste rumsauen, wenn man am Abend entsprechend nachhaltig seine Werkzeuge reinigen kann. 50 Liter Bremsenreiniger schlummern unter meiner Werkbank – quasi der Freibrief für ordentliche Drecksarbeit!

Was war noch? Ach ja! Ich finde es echt stark, wie stolz die Engländer selbst auf kleinste Bauteile wie einen Außenring des Radlagers sein können. Gut lesbar war auch dieses Teil „Made in England“. Der Platz für den Text „Sacred by her Majesty The Queen“ war leider nicht mehr. Sonst hätten es die Briten wohl auch noch drauf geschrieben…

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