Zum dahin schmelzen

Eigentlich wollte ich gestern Spencer von Carblast abholen lassen, da ich mich nun durchgerungen habe, die KTL sofort komplett machen zu lassen. Carblast-Chef Alexander Schwan war aber verhindert, so dass ich mich erst mal dem Motor widmen konnte. Die Einzelteile und der Rumpf lagen schließlich noch vom letzten Schrauben auf der Werkbank.

Ich machte mich zunächst daran, die Einzelteile etwas zu begutachten. Die Nockenwelle zeigt massive Verschleißerscheinungen und wird daher durch ein Originalteil oder eine 270er/285er Piper ersetzt – je nach Wahl des Tunings. Die Lagerschalen der Pleuel sind ebenso aufgerieben – Erneuerung ist hier aber in jedem Fall Pflicht. Ich reinigte noch die zugeschwemmte Ölwanne von sehr groben Metallresten (!) und nahm dann die Ölpumpe kurz unter die Lupe. Auch sie wird natürlich überholt. Die Mechanik fand ich so schön, dass ich ein kurzes Video davon machen musste:

Weiter ging’s mit den Stehbolzen der Kurbelwellenlagerblöcke, an der Ölpumpe sowie denen zum Zylinderkopf. Durch Kontern zweier Muttern kann man die Dinger bekanntlich ganz gut lösen und trotz viel Dreck und langer Betriebszeit ging das Entfernen an Spencers Herz problemlos. Ich hatte schon befürchtet, womöglich Bolzen abzubrechen und mir so großen Ärger einzuhandeln, doch das Pech blieb aus und alle Stehbolzen wanderten nummeriert ins Lager. Als großer Fan von Zellophanfolie wickle ich unrestaurierte Teile gern darin ein, um Kratzer zu vermeiden, Staubeinschlüsse zu vermeiden und etwaiges Öl oder WD40 zur Konservierung am Bauteil zu belassen. Nach dem ausbohren und entfernen der vier Froststopfen wanderte deshalb alles – sogar der Motorblock – zellophaniert ins Lager.

Zum Abend hatte ich sogar noch etwas Zeit, die notwendigen Vorarbeiten für die KTL anzugehen. Da die Beschichtung nach dem Entlacken und Entrosten mit über 200 °C eingebrannt wird und Zinn bei 232 °C schmilzt, muss das Zeug sicherheitshalber weg. Am Tankdeckel ging das ganz schnell, doch an der C-Säule sind davon Massen verwendet worden, um die Naht zum Dach zu überbrücken. Mit Hilfe eines Butan-Propan-Brenners aus dem Baumarkt (ca. 18 €) habe ich das Metall zum Schmelzen gebracht und mit einem alten Spachtel entfernt. Kleine Reste sollte man aber wohl noch durch Schleifen entfernen, was beim nächsten Mal geschehen wird. Dann werde ich noch die Hauben und Türen provisorisch montieren und Carblast darf kommen…

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