Ab zur KTL

Spencer ist nun bei der KTL und die Werkstatt ist auf einmal ganz leer – völlig ungewohnt. Doch der Reihe nach…

Schon beim letzten Mal hatte ich begonnen, die Karosserie vom Zinn zu befreien. An C-Säule sowie dem Blech unter der Kofferraumklappe sind Schweißnähte mit dem weichen Metall versiegelt, das beim Einbrennen der KTL-Beschichtung jedoch schmelzen kann. Zwar ist das Risiko bei „neuem“ Zinn wesentlich höher, da es eine andere Qualität hat, doch ich wollte auf Nummer sicher gehen. Dabei halfen mir kleine Propan-Butan-Brenner sowie eine Drahtbürste.

Danach ging es an die frevelhafte Arbeit, die ganze Karosserie wie einen Schweizer Käse mit einem 14er Bohrer zu perforieren, so dass sie in den zwölf zur Verfügung stehenden Minuten im KTL-Bad möglichst schnell sinkt und so alle Hohlräume beschichtet werden. Zuvor habe ich aber noch die Kedern an den vorderen Kotflügeln entfernt (einfach alle Schweißpunkte ausbohren), da ich diesen potenziellen Rostherd künftig eleminieren möchte. Ebenso wurde eine Schweißnaht des Türinnenrahmens ein wenig sauberer als üblich verputzt. Die Karosserie bekam dann je Seite Löcher an folgenden Stellen:

  • 2 x Schweller im vorderen Radhaus
  • 3x Schweller zum Innenraum
  • 6x Schweller nach oben zur Tür
  • 3x Schweller im hinteren Radhaus
  • 1x unterm vorderen Kotflügel nahe den alten Kedern
  • 1x Längsträger am Kühlergrill
  • 1x Längsträger hinter Vorderachse
  • 1x Längsträger über der Hinterachse
  • 1x Längsträger im Bodenblech
  • 3x Längsträger hinter den Sitzen
  • 1x Längsträger hinten zur Stoßstange
  • 1x Querträger im Bodenblech
  • 2x im Dach vorn und hinten
  • 2x in der Differentialkuppel

Speziell die recht komplexe Schwellerstruktur mit Zwischenwänden erfordert beim MGB einige Löcher, die ich entweder später wieder zuschweißen oder mit Gummistopfen versehen will. Die Karosserie, der Hilfsrahmen der Vorderachse, beide Türen, beide Hauben und auch die vorderen Kotflügel habe ich dann mittels Klebeband oder Kabelbindern an der Karosserie befestigt.

Spencer wurde dann mit Zurrgurten provisorisch auf zwei Rollwagen gestellt, um ihn in den Hänger von Carblast zu befördern. Das 9-Meter-Monster hatte bereits einen Schweizer Kleinserienjeep nach KTL- und Blechbehandlung geladen und bot somit gerade noch genügend Platz für meinen MG. Zu dritt hievten wir den GT von seinen Rollen auf Holzböcke und verzurrten dann alles für die Reise gen Stuttgart, wo die weiteren Arbeiten beginnen.

Warum nun Carblast? Unter den bekannten KTL-Anbietern ist das Preis-Leistungs-Verhältnis für mich ideal gewesen. Alexander Schwan und seine Mitarbeiter wirken routiniert im Umgang mit Oldtimern und bieten alles aus einer Hand: Abholung, Entlacken, Entrosten, KTL, Anfertigung eines individuellen Gestells (das auch beim Lackieren benötigt wird) sowie Rücktransport in meine Werkstatt. Sparen kann man eigentlich nur, wenn einem die eigene Zeit nichts wert ist und man die Transportlogistik selbst übernimmt. Mir wäre das zu viel gewesen und das Entlacken und Entrosten meines Tanks gab’s außerdem gratis dazu. In etwa einem Monat kommt das Ganze dann zurück und wird die ultimative Wahrheit über den Zustand der Karosserie preisgeben. Ich bin gespannt…

Advertisements

2 Gedanken zu “Ab zur KTL

  1. Ker, was ich schon auf das Ergebnis gespannt bin!
    Toll, dass du dich doch durch gerungen hast, „das große Paket“ zum nehmen.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s