Improvisation am Kopf

Die Karosserie außer Haus erlaubt es, mal wieder andere Schwerpunkte zu setzen. Außerdem gab ein Gespräch mit dem Chef von Classic Wheels Berlin Anlass dazu, das Motorenthema wieder zu fokussieren, denn die Jungs aus Berlin Zehlendorf haben Jahrzehnte lange Erfahrung im (erfolgreichen) MGB-Tuning. Daher werde ich demnächst wohl meine „gesammelten Werke“, also den Motor in Kleinteilen dorthin zur näheren Begutachtung bringen.

Den Block hatte ich vor einigen Wochen schon auseinandergerupft – nur der Zylinderkopf lag noch in der Ecke. Aus Mangel an entsprechendem Werkzeug hatte ich bis dato die Finger davon gelassen, doch nun wurmte mich der Zustand zu sehr. Zur Problemlösung habe ich ergo eine hochprofessionelle Methode zum Entfernen der Ventile erfunden, denn die Werkzeugsituation hat sich nach wie vor nicht geändert:

Man nehme eine große Halbzoll-Nuss, lege diese mit einem Putzlappen auf den Ventilteller und schlägt nun mit einem möglichst dicken Hammer einfach volle Lotte drauf. Ein unter dem Zylinderkopf liegendes Hartgummistück verhindert das Durchschlagen des entsprechenden Ventils, das ja im Brennraum einen knappen Zentimeter Luft zur Bewegung gegen die Federspannung hätte. Im Idealfall springt dann die Nuss mit Vollgas gen Werkstattdecke und schlägt dort ein paar Brocken Putz heraus. Nebenbei sollten außerdem beide Ventilfedern, der Federteller und die beiden kleinen Keile in der Nähe des Putzlappens hängen geblieben sein, denn der Schlag hat dem Kleinkram genug Bewegung verschafft. Ganz große Meister dieses Fachs schaffen es sogar, die zurückspringende Nuss noch im Fluge aufzufangen…

Nun kann man das Ventil sowie den Sitz der Feder im Zylinderkopf entfernen. Dies gab dann auch den Blick frei auf Zylinder Drei, der ja zum Vierten hin durchbrannte. Der Ventilsitz ist entsprechend seinen klimatischen Bedingungen etwas „angegangen“. Mal sehen, ob ich den originalen Kopf überarbeite oder eine 18V-Version mit größeren Ventilen installiere…

Die Stehbolzen sollten nun noch entfernt werden, was durch Kontern der Muttern auch gut gelang. Natürlich hat sich aber der allerletzte Bolzen am Thermostat nicht lösen lassen und brach schließlich ab. WD40 und Erhitzen halfen nix, weshalb ich den Bolzen schließlich ausgebohrt habe. Nur den passenden Gewindeschneider mit 5/16“-Steigung hatte ich natürlich nicht parat. Das wird sich ändern.

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3 Gedanken zu “Improvisation am Kopf

  1. Hallo aus Luxemburg,
    Verfolge die Auferstehung von Spencer schon seit längerer Zeit, sehr intressant und informatif geschrieben, habe selbst einen MGB GT von 1972 vor 2 Jahren vom erst Besitzer in der Schweitz gekauf, war von Anfang an vom Auto begeistert, doch leider sind einige Reparaturen angefallen und ich spiele mit dem Gedanken das Auto komplet zu restaurieren, daher bin ich gespannt wie die KTL un der Motortuning ausfallen wird, freue mich auf weitere Berichte und viel Glück und Spas beim schönsten Hobby der Welt
    mfg steini.

  2. hey marc, es freut mich, dass auch über unsere grenzen hinaus mitgelesen wird. das mit einer kompletten restauration sollte gut überlegt werden – wie man bei mir und meinen zweifeln immer wieder sieht. wenn man es macht, ist es aber grandios, da hast du recht.
    grüße aus valencia!
    sven

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