Rückkehr nach der KTL

Ungefähr sechseinhalb Wochen nach der Abholung zur KTL ist Spencer wieder daheim. Und ich muss sagen: Die „Schwarzarbeit“ hat sich gelohnt! Der dunkle Klumpen Blech offenbart jetzt nämlich all seine Macken. Aber immer der Reihe nach…

Weil Alexander Schwan von Carblast erst gegen elf Uhr abends vor meiner Werkstatt strandete, hatte ich zuvor genügend Zeit, den Dreck von meinen Dämmarbeiten am Holztor zu entfernen. Kaum war der letzte Schmutz im Mülleimer, fuhr der Anhänger mit Spencer und einem KTLten Ford Capri an Bord in die Einfahrt. Das Abladen war auf dem neuen Rollgestell eine Sache von wenigen Minuten, zumal wir uns nicht nur wegen der späten Stunde, sondern auch aufgrund des Regens beeilten.

Spencer war also wieder zu Hause! Uns bleib nun in der Garage genügend Zeit, über das Ergebnis zu philosophieren. Man muss es nochmal ganz klar sagen: Die Karosserie ist an sich ein Wrack! Der Unfallschaden hinten links wird nun mitsamt früherer Kosmetik richtig sichtbar. Völlig unbekannt war mir bis jetzt ein langer Kratzer am hinteren rechten Kotflügel. Da war – wie auch andernorts – ordentlich Pampe drauf. Spencer hat also sicher 20 kg abgenommen. Hinzu kommen diverse vernarbte Stellen, Löcher in den Dachsäulen, ein zerfressener Unterboden, eine perforierte Spritzwand und und und. Der Kauf einer Heritage-Karosserie wäre in Anbetracht der anstehenden Blecharbeiten (Alexander schätzt 400 Stunden!) sicher günstiger.

Das Entrosten und die KTL zeigen jeden Makel: Raues Blech dort, wo Flugrost nagte. Löcher dort, wo das Material keine Tragfähigkeit mehr hat. Und auch kleine Dellen und Beulen sind auf der mattschwarzen Beschichtung im Licht wunderbar erkennbar. Dank der von mir vorab gebohrten Löcher ist die Beschichtung auch in jede Ritze gekommen. Mit anderen Verfahren wie Strahlen wäre man bspw. sicher an der Spitzwand unterm Cockpit gescheitert, die durch die verwinkelte Konstruktion sehr eng ist.

Den Benzintank hatte ich übrigens auch zur chemischen Entrostung mit nach Stuttgart gegeben (KTL macht hier keinen Sinn), doch das Teil fand seinen Weg nicht zurück in meine Werkstatt. Alexander sicherte mir aber zu, er würde den Tank noch ausfindig machen oder völlig kulant für entsprechenden Ersatz sorgen.

Nachdem die ganze Karosserie schließlich von uns beiden eingehend analysiert wurde, haben wir uns dann noch bis halb zwei Uhr morgens verquatscht. Und das, obwohl Alexander eigentlich noch bis Danzig fahren wollte… Ich habe dann, nachdem er wieder auf dem Weg war, zufrieden die Garage abgeschlossen – wohlwissend, dass sich das viele Geld im Angesicht des transparenten Ergebnisses auch gelohnt hat. Weitere Bilder folgen übrigens bei besseren Lichtverhältnissen.

Spencer wartet nun unter einer Staubdecke auf die nächsten Schandtaten. Ich werde bis dahin den Motor mit Classics Wheels Berlin begutachten und empfehle einstweilen die aktuellen TV-Beiträge über eine KTL-Restauration eines E-Types im TV.

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5 Gedanken zu “Rückkehr nach der KTL

  1. hallo,
    da sind ja keine guten Aussichten mit Spencer, machs du die Scheissarbeiten selbst oder muss du jemand dafür bezahlen? werden die Heritage Karossen da nicht billiger?, kenne die Qualität leider nicht, Dasnke für deinen Bericht mit den Fotos, bin mal gespannt wie du dich entscheidest
    mfg steini

  2. hi,
    mal sehen, ob ich mich selbst an das blech wage oder alles in wirklich professionelle hände gebe. in den nächsten tagen entscheidet sich einiges finanzielles, weshalb ich es vor allem davon abhängig machen werde. denn das kostet ja wieder richtig geld. mir war der zustand zu min. 90% schon vorher bekannt und eine heritage-karosserie ist sicher günstiger. deren qualität soll auch gut sein, doch aus rein subjektiven gründen war das für mich keine option. ich will genaus diesen gt!
    ich werde natürlich berichten… 🙂

  3. hallo sven,

    dein tank ist aufgetaucht 🙂 ist aktuell in arbeit…

    bin am di/mi doch noch über die grenze
    ca. 30km danach war es ca. 4uhr…musste ins hotel…war doch am ende…

    wenn du mit der karosse nicht weiterkommst..melde dich..evtl. lasse ich mir etwas einfallen.

    ps: deine guzzi..schick mir mal bitte die einzelheiten und bilder..ein interessent hat angeklopft.

    grüsse

    alex

  4. hallo alex,
    das mit dem tank sind gute nachrichten! infos zur guzzi sende ich dir bald zu. ich werde morgen nochmal bei tageslicht die karosserie begutachten und dann einige tage über das weitere schlafen. ich meld mich sicher…
    bye! sven
    ps: du solltest bzgl. deiner mammut-touren ab und zu etwas kürzer treten… 🙂

  5. Pingback: Reanimation – Vol. 4 | BERLIN BENZ – DER W123 DOCUBLOG

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