Bilanz nach einem Jahr

Ziemlich genau vor einem Jahr, am 2. Januar 2011, begann ich mit der Demontage und schrieb von der „Stunde Null“. Spencer war damals noch bedingt fahrfähig und sah wie ein recht normales, aber altes Auto aus. Nach nun fast 200 Arbeitsstunden in der Werkstatt, unendlicher Internetrecherche und kiloweise Fotomaterial hat sich das grundlegend geändert. Und einige ungeahnte Einsichten kamen logischerweise auch noch dazu. So soll und muss das wohl sein.

An diversen Expertenmeinungen habe ich doch ein wenig Zweifel. Foren-Beitrage und Gespräche mit selbsternannten, aber auch nachweislichen Fachleuten hinterließen bei mir im letzten Jahr ein gespaltenes Bild. Denn vermeintliche Universal-Lösungen und Grundsatzfragen werden von Jedem anders beantwortet. Ich denke deshalb, dass man nach eingehender Recherche manchmal auch den Mut haben sollte, sein eigenes Ding zu machen. Im Zweifel lernt man später, dass die anderen doch Recht hatten. Und in der Erkenntnis liegt schließlich der Reiz… Der geplante „heiße“ Motor mit rund 1.950 ccm wird aus genau diesem Grund wohl nur „lauwarm“ (ca. 1.840 ccm), dafür aber umso leckerer. Ich werde in den nächsten Tagen hierzu nächste Schritte einleiten.

Die KTL hat sich als teurer, aber voller Erfolg herausgestellt. Doch natürlich sind mir die dadurch sichtbaren Mängel am Wagen ein Dorn im Auge. Umfassende Schweißarbeiten müssen nun durchgeführt werden und ich sehe mich dazu zeitlich und in Sachen Talent nicht in der Lage. Eigentlich wollte ich das professionelle Schweißen selbst erlernen und dann bei Spencer anwenden. Doch in diese Methode und meine Fähigkeiten habe ich letztlich doch nicht genügend Vertrauen. Es ist daher unabwendbar, einen externen Dienstleister zu beauftragen. Das wird das ohnehin schon irrational große Budget weiter aufblähen. Den Preis ist es mir dann aber wohl trotzdem wert, denn dilettantische Arbeiten möchte ich auf jeden Fall vermeiden.

Es bleibt final die schöne Erkenntnis, dass das Schrauben seine therapeutische Wirkung nicht verfehlt. Wer wie ich einen handwerklichen Ausgleich sucht, lernwillig ist und über etwas Geld und vor allem Zeit verfügt, der sollte sich schleunigst eine alte Schrottkiste in die Garage stellen. Ich freue mich auf jeden Fall auf das Schrauberjahr 2012!

Und auch wenn ich nun – aus Zeitmangel und wegen der nicht zu unterschätzenden Kosten – langsam an der Machbarkeit dieses Projekts innerhalb der kommenden zwei Jahre zweifle, möchte ich das erste Jubiläum nutzen, um mich bei allen Lesern und Unterstützern zu bedanken. Denn der Austausch mit Fans und Gleichgesinnten ist oftmals eine große Motivation und die eigene Familie lässt mir nach wie vor genügend Zeit und Raum, um Dreck unterm Fingernagel zu sammeln. Das ist toll und nicht selbstverständlich!

In diesem Sinne: Allen ein schönes Jahr 2012 – weiter geht’s…

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Ein Gedanke zu “Bilanz nach einem Jahr

  1. … und es wird nochmal deutlich teuerer … 🙂

    Trotzdem freue ich mich jedesmal, wenn ich meinen 64er sehe und fahre.

    Viel Spaß mit Deinem Projekt und schön weiter berichten!
    Alles Gute für 2012

    Karsten

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