Päckchenregen

Zwei erfreuliche Postsendungen waren der Rahmen für mein kurzes Schrauberwochenende. Denn gestern konnte ich zunächst das erste große Moss-Paket auspacken. Die Lieferung erfolgte innerhalb von 4 Tagen – Respekt! Neben neuen Blattfedern – in Parabolform (100 lbs) – fanden sich darin auch neue Schraubenfedern für die Vorderachse („Fast Road“, 480 lbs), Querlenker mit negativem Sturz sowie diverse Kleinteile für das Differential und die Hinterachse. Diese soll ja nach dem Pulvern bald wieder komplettiert werden.

Spätestens auf dem Weg von England nach Berlin haben sich in den Blattfedern aber einige Kratzer gebildet, was nicht gerade für deren Qualität und das Handling beim Versand spricht. Allerdings werde ich die grau-blauen Federn sowieso nochmal lackieren oder pulvern. Die Kratzer werden dann gleich mit ausgebessert. Ich möchte ja nicht, dass Spencer von unten wie ein bunter Papagei daherkommt…

Die Schraubenfedern – ordentlich lackiert und verpackt – kamen heil in meiner Garage an, sind aber fast 4 cm (!) kürzer als meine alten. Eigentlich bin ich von nur einer geringen Tieferlegung (ca. 1 cm) ausgegangen, so dass sich die Höhe wohl nur mit Spacern korrigieren lässt. Das wird sich aber sowieso erst zeigen, wenn das Fahrzeug voll ausgestattet auf eigenen Rädern steht.

Nachdem ich den Platz unter meiner Werkbank für die Neuteile geräumt hatte, widmete ich mich dem alten Kühlergrill. Spencers Nase war nach 45 Jahren nämlich leicht verbeult – und eine Schönheits-OP damit unausweichlich. Mit einem Karosseriehammer und Zangen ließen sich die gröbsten Dellen zunächst ausbessern. Nun muss ich aber sehen, ob mein Verchromer das alte Blech auch oberflächlich wieder ansehnlich gestalten und von Rostpickeln befreien kann. Das durch einige neue Nieten leicht aufgefrischte Gitter hinter dem Grill möchte ich eigentlich durch ein sportliches Gitternetz aus Maschendraht ersetzen, wie man es bspw. hier oder hier sieht.

Nach den Spenglerarbeiten konnte ich die vordere Stoßstange, die noch recht gut in Schuss ist, polieren und habe sie dann von hinten mit mattem Zinkspray versiegelt. Daraufhin erhielt die noch recht neue Hardi-Kraftstoffpumpe eine kurze Reinigung und wanderte dann zu den anderen einbaufertigen Teilen unter die Werkbank.

Das kurze Finale bestand in der weiteren Reinigung des Getriebes. Ich hatte es eigentlich zur Überholung zu AGS bringen wollen, doch dort wurde mir davon abgeraten. Unter dem Motto „Never touch a running system“ meinte man dort, ich solle das Ding einfach einbauen und wenn es doch kaputt sei, kann man es immer noch unkompliziert reparieren. Die Ford T9-Box zeichnet sich ja angeblich durch große Robustheit aus, so dass ich darauf einfach mal vertraue. Der erste Blick ins Innere und der kurze Check bei AGS hatten ja einen guten Eindruck hinterlassen.

Nachdem ich mit Drahtbürsten auf der Bohrmaschine das Getriebe gesäubert hatte, ging’s ab nach Hause. Dort erwartete mich schon ein Päckchen von Karsten, der hier offenbar rege mitliest. Er, dem es vor allem der MGA angetan hat, versprach im letzten Beitrag, mir einen alten Hauptbremszylinder aus seinem Lager zukommen zu lassen. Und – in der Tat – sein HBZ ist technisch einwandfrei und wird nach einer neuen Beschichtung sicher für festen Pedaldruck sorgen. Danke, Karsten!

Advertisements

2 Gedanken zu “Päckchenregen

  1. hallo sven
    wie man liest treffen die ersten teile für spencer ein, es macht immer wieder freude deine artikel zulesen. der artikel über die frontline teile war sehr interessant, leider teuer, has du dir die teile bei bastuck schon angeschaut: VA80MGB Umrüstsatz auf Koni-Stoßdämpfer vorne (ohne Dämpfer)benötigte Anzahl: 1 143,17 euro
    VA80AMGB Stoßdämpfer für Umrüstsatz VA80MGB benötigte Anzahl: 1 79,49 euro
    ist preislich ok, werde mir die teile demnächst anschauen, viel spass beim schrauben

  2. hallo steini,
    ja das set kenne ich – gibt es bei den meisten mg-händlern. ich denke, dass es ganz passabel funktionieren wird. habe es auch schon mal unter einem auto begutachten können. und der preis ist sicher attraktiv. mich stören aber drei dinge daran:
    1. bleibt der alte hebeldämpfer als quasi-querlenker erhalten.
    2. ist die anbringung des tele-stoßdämpfers mit sehr langen hebeln umgesetzt worden, was eine schlechte geometrie der kraftverhältnisse mit sich bringt.
    3. muss die lenkung eingeschränkt werden.
    die funktion wird durch meine drei kritikpunkte wohl nicht maßgeblich eingeschränkt – abgesehen vom lenkeinschlag. mir ist das aber im ganzen etwas zu inkonsequent. dann fahre ich persönlich lieber gut überholte original-armstrong-dämpfer oder spare auf die frontline-lösung.
    du machst damit aber sicher nix verkehrt – ich wäre sogar selbst sehr gespannt über deine erfahrungen damit!
    auf bald…
    sven

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s