Achsenschweiß

Ja, richtig gelesen! N statt L. Heute geht es nicht um ein neues Superdeo, nach dessen Benutzung sich einem halbnackte Schönheiten wollüstig vor die Füße werfen. Vielmehr gibt’s News aus dem Bereich Fahrwerk. Doch der Reihe nach…

Zunächst einmal habe ich am gestrigen Sonntag nach einem finalen Anstrich der Hebelstoßdämpfer einen Teil des Lenkgetriebes komplettiert. Das lackierte Gehäuse wurde mit der Zahnstange und neuen Spurstangen bestückt, überall ordentlich mit Lagerfett versehen und dann mit Manschettengummis verschlossen. Spannend war, dass die Qualität der Spurstangen so mittelklassig war, dass ein komplettes Gewinde nachgeschnitten werden musste. Ich hoffe nicht, dass mich sowas bei allen englischen Ersatzteilen erwartet!

Das ganze sieht nun aber schon wieder fast komplett aus. Es fehlen allerdings noch einige Kleinigkeiten wie die Buchse zum Lagern der Lenkwelle oder neue Dichtungen für die Deckel im Gehäuse. In diesem Zusammenhang muss ich es nochmal wiederholen: Solch kleine Schritte und Teilerfolge bereiten großen Spaß, gerade in Anbetracht eines derart umfangreichen und teilweise unübersichtlichen Projekts. Genau diese Momente sind dann der Lohn für viel Drecksarbeit am Auto und langen Recherche-Stunden vor dem Rechner. Jeder Oldie-Fan sollte allein deshalb den Weg einer eigenen Restauration wagen.

Aus Mangel an geeignetem Arbeitsgerät fuhr ich danach in meine Exilwerkstatt, die unter anderem mit einer großen Presse aufwartet und sich damit zum Einbuchsen einer Hinterachse qualifiziert. Das Differential habe ich zunächst außerhalb des Gehäuses mit Lagerschalen und Zahnrädern vervollständigt. In der Achse herrscht ja akuter Platzmangel. Die Crux dabei ist, dass man die kleinen Ausgleichszahnräder genau platzieren muss, um sie passend in den Käfig des Differentials zu drehen. Nach einigen Versuchen glückte aber auch das. Damit konnte der Käfig in seine zwei Lager gelegt und die Antriebswellen eingelegt werden.

Nun wurde es allerdings anstrengend. Die Hinterachse per se ist ja nicht gerade ein Leichtgewicht und mit zunehmendem Anteil an Innereien wird das Ganze auch nicht wirklich besser. Wenn man den gesamten Brocken dann zum Einbau der Eingangswelle mehrmals auf und von der Presse heben muss und die Radlager der Antriebswellen per Hand mit dem Hammer einschlägt, kommt man selbst auf gute Betriebstemperatur. Der Titel dieses Beitrags sollte sich dem geneigten Leser also spätestens jetzt erschließen…

Dankbar war ich für die vielen vor Ort zur Verfügung stehenden Werkzeuge, um den unterschiedlichen technischen Gegebenheiten gerecht zu werden. Ohne solche Hilfsmittel wäre man als Do-It-Yourself-Freund echt aufgeschmissen. Ein Hoch auf Profi-Werkzeug!

Die Hinterachse ist damit fast fertig. Es fehlen nur noch einige Schrauben und ein paar Tropfen Öl für die Innereien. Meine nächste Aufgabe ist es deshalb, im UK mal wieder auf Shoppingtour zu gehen.

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4 Gedanken zu “Achsenschweiß

  1. Hallo Sven,
    ich habe ein kleines Problem..;)
    Ich habe zwar das MGB Werkstatthandbuch, bin mir aber nicht ganz sicher!
    Mit wieviel Newtonmeter hast du die Mutter am Flasch bzw. am Kegelrad festgezogen ?
    Vielen Dank im vorraus und viele Grüße
    Max

  2. Ja genau die ! 😉
    Oh schade, aber vielen Dank für die Seite.
    Die ist schonmal klasse !!
    Muss ich wohl mal weitergucken…
    Bye ! Max

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