Kolbengewicht angleichen

Jeder Motorenbastler weiß, dass das Gewicht der bewegten bzw. rotierenden Massen eines Motors massiven Einfluss auf dessen Charakter hat. Trägheit bzw. Leichtigkeit sind dabei nur eine Seite der Medaille. Denn auch die (im wahrsten Sinne des Wortes zu verstehende) Ausgeglichenheit der Bauteile ist elementar.

Bei meinen Motorenjungs von UMAP liegt schon seit langem der ganze Motor bereit. Mit den neuen Flat Top-Kolben in 0.040“ Übermaß könnte das Ganze nun zusammengebaut werden. Hinsichtlich Masse ist am Motor geplant:

  • Kurbelwelle feinwuchten
  • Ventiltrieb (Stößel, Federn etc.) etwas erleichtern und angleichen
  • Schwungmasse nur kupplungsseitig planen, um stabilen Leerlauf zu gewährleisten (keine nennenswerte Gewichtsreduzierung)
  • Pleuel winkeln und Gewicht angleichen, also an beiden Augen genau auswuchten (unteres Auge rotiert, oberes Auge bewegt sich auf und ab)

Das neue Kolben-Set hat aber eine gewisse Toleranz hinsichtlich des Eigengewichts der einzelnen Komponenten, so dass sich daraus Handlungsbedarf ergibt. Mit Vorfreude drapierte ich daher die Kolben auf meinem sonnigen Balkon, um in entspannter Atmosphäre daran arbeiten zu können.

Mit einer Feinwaage (ca. 20 € bei Ebay) wog ich die einzelnen Kolben plus Bolzen mit einem jeweiligen Set an Ringen und Clips, um so das leichteste Set als Maßstab zu identifizieren. Dann wollte ich mich eigentlich an die Bearbeitung der anderen Kolben machen, um das Gewicht mit einem Dremel anzugleichen. Doch es stellte sich schnell heraus, dass die Kolben überall nur wenig „Fleisch“ haben. Aus Angst, an der falschen Stelle im Inneren des Kolben zu viel Material abzutragen, verwarf ich also mein nachmittägliches Rumgefrickel wieder und werde am Samstag erst nochmal den Motorenbauer konsultieren.

Wer sich über die Pedanterie meinerseits wundert, dem sei Folgendes mit auf den Weg gegeben: Im Sinne eines „seidigen“ Rundlaufs liegt mein Anspruch natürlich über der Werkstoleranz. Die Gewichtsdifferenz von maximal 7,5 Gramm potenziert sich bei entsprechender Drehzahl jedoch auf mehr als 1 Kg. Kryptische Berechnungen von Ingenieuren können das sicher belegen. Und da die Kolben sich ständig auf und ab bewegen, ergibt sich daraus ein gewisser Kribbelfaktor, den es zu vermeiden gilt. Die in meinem Fall abzutragende Masse entspricht genau dem Gewicht einer 1 €-Münze, wobei das Volumen bei Kolben aus Leichtmetall natürlich nochmal größer ist. Das ist dann schon eine ganze Menge „Fleisch“. Ich werde natürlich dokumentieren, was der Motorbauer mir zum Thema empfiehlt.

Was gibt’s noch zu berichten? Ersten: Aus Frust, mit den Kolben nicht voran gekommen zu sein, habe ich endlich die Hinterachse mit entsprechendem Öl befüllt: Bei meiner Tube-Achse sind das 0,85 Liter Hypoid-Öl vom Typ 85W90 GL5. Also rein damit, ein wenig Dichtungsmasse auf die Flächen, Dichtung drüber, Deckel drauf, wunderschöne VA-Schrauben rein und – fertig! Solch einfache Arbeiten trösten bei kurzweiligem Frust ein wenig…

Zweitens: Für Feinde des Rostes und all jene, die schönen Draht zur Sicherung von Verschraubungen nutzen, empfehle ich den Weg zum Imker: Der nutzt nämlich feinen Edelstahl-Draht in seiner täglichen Arbeit mit den Bienenwaben, welcher sich auch vortrefflich zum Sichern von Muttern eignet. Aus zwei oder drei Fäden, die man in den Schraubstock einspannt, kann man mit einer Bohrmaschine einen schönen Sicherungsdraht wickeln, der bspw. am Motorrad ganz passabel aussieht.

Drittens: Ich bin mit Paul Ehm überein gekommen, dass er sich Spencers Blecharbeiten annehmen wird. Die dazu nötige Neuteilebestellung werde ich in Kürze gen Königreich senden, so dass Paul und seine Jungs noch im Sommer mit Flex und Schweißgerät loslegen können. Auch den Lack werde ich dort beauftragen und den in neuer Farbe strahlenden Wagen gleich noch ordentlich in den Hohlräumen konservieren lassen. Mehr dazu aber in Kürze…

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