Teileregen Vol. 2

Holla – es wird voll! Die Werkstatt quillt mittlerweile über vor schönen neuen Teilen und ich weiß kaum noch wohin mit dem ganzen Kram. Es wird wohl langsam Zeit, dass Spencer zum Schweißen sein Reich verlässt…

Wenig Platz benötigt der grundsätzlich überholte Motor, den ich am Wochenende von UMAP abgeholt habe. Nach einem kurzen Besuch in der Waschstraße konnte ich das Ding mal genauer inspizieren. Gebohrt, gehont, geplant und geschliffen wurden alle relevanten Flächen. Die Kurbelwelle wurde mitsamt dem nur minimal abgedrehten Schwungrad aufs Zehntel Gramm dynamisch feingewuchtet. Außerdem haben die Jungs die Pleuel an beiden Augen entsprechend auf ein Gewicht gebraucht, um auch hier unschöne Vibrationen zu vermeiden. Jetzt steht das Ding erst mal mit rostschützendem WD40 besprüht auf der Werkbank und wartet auf weitere Anweisungen.

Einen persönlichen Erfolg hatte ich vor kurzem bei Ebay. Dort ersteigert ich für sehr günstige 8,50 € einen Satz alter Reifen auf Felgen eines Volvo V40. Einen Reifenständer gab’s kostenlos oben drauf. Die 185er des Schweden passen nämlich genau auf Spencers Speichenfelgen, womit es mir möglich ist, schon jetzt die Kompatibilität der Räder zu den bald neuen Kotflügeln zu prüfen. Die 15-Zöller sind schließlich die Obergrenze für den B GT, wenn man am Blech nicht allzu viel verändern möchte. Und wenn Spencer irgendwann (ja, wann eigentlich?) fahrbereit ist, gönn ich ihm natürlich nagelneue Reifen. Bis dahin reichen die alten, porösen Gummis zum Anpassen. Ach ja, braucht jemand Felgen für einen V40…?

Weiterer Fortschritt in Sachen Vorderachse: Axel von Classic Wheels hat meine Achsschenkelbuchsen eingerieben. Was sich nach automobilem Luxus-Spa anhört ist notwendig, um den Achsschenkelbolzen adäquat, also verschleißarm zu lagern. Alex hat hierzu die Bolzen minimal abgedreht, um die rostig-picklige Oberfläche zu glätten und dann mit der Reibahle die eingepressten Buchsen langsam aufgerieben. Passt, wackelt nicht und hat auch keine Luft. So soll das sein. Damit kann die Vorderachse demnächst weiter komplettiert werden.

Eng wird es nun vor allem, weil neben den Moss-Teilen auch Frontline und Midland Sports and Classics geliefert haben. Man mag sich nun fragen, warum ich bei so vielen unterschiedlichen Firmen bestelle, wo doch jeder alles hat. Doch bei der richtigen Kombination aus Preis, Produktqualität und Portokosten (nicht zu unterschätzen) kommt man so unterm Strich am günstigsten Weg.

Auf jeden Fall lieferten die Damen und Herren von Midland wieder mal unzähligen Kleinkram, einen neuen Tank (der beim KTL-Vorgang verloren ging), neue Scharniere für die Heckklappe, (die falschen) Zentralmuttern für die Felgen und einen Repsatz für die Hinterradbremse. Noch gespannter war ich allerdings auf das Paket von Frontline. Aus Abingdon kamen nicht nur Stahlflex-Bremsschläuche, sondern auch das Kit zum Umrüsten auf das T9-Sierra-Getriebe, das bereits fertig im Lager liegt. Es beinhaltet:

  • Kupplungsglocke aus leichtem Alu-Guss
  • gewuchtete Kardanwelle mit schmierfähigen Kreuzgelenken
  • Querträger mit Gummilager
  • Tachowelle, die Ford-Getriebe und MG-Tacho vereint
  • passenden, schön geschwungenen Schalthebel mit Lederknauf und
  • alle Befestigungsmaterialien, Dichtungen, Loctite und Anleitungen

Erstaunt war ich, dass sogar ein kleiner Blindstopfen für den toten Anschluss des Rückfahrscheinwerfers mit dabei war, der beim MGB der ersten Serie ja nicht vorhanden ist. Das kenne ich von englischen Lieferanten durchaus anders…

Das Kit kann also bis hierhin überzeugen und macht einen vernünftigen Eindruck. Auch die Anleitung lässt in der Theorie zunächst keine Fragen offen. Der einzige Punkt, der mich zweifeln ließ war der Hinweis, in keinem Fall GL5-Getriebeöl in der Ford-Box zu verwenden. Dies, so zeigen aktuelle Erfahrungen des Herstellers Hi Gear Engineeering, schädige wohl die Nadellager, weil diese darin zu reibungsarm laufen und so die Welle verschleißen (ja, das geht!). Außerdem würden weiche Metalle (Kupfer, Messing) durch Additive angegriffen.

Und nun ratet mal, was ich für ein Öl in meinem T9-Getriebe verwendet habe… Richtig, GL5! Also wieder raus damit? Nein, wohl nicht, denn zunächst war mein Öl schon mehrere Jahre alt, verfügt also nicht über den „letzten Schrei“ hinsichtlich Additive. Und außerdem hieß meines „GL4/GL5“, ist also ein Zwitter – und damit laut Hi Gear Engineeering unbedenklich. Gut, dass wir das geklärt haben…

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4 Gedanken zu “Teileregen Vol. 2

  1. Hallo Sven,
    im Zuge der neuen TÜV Bestimmungen für das H-Kennzeichen würde ich das Schaltschema 5-Gang Getriebe nicht ganz so offensichtlich darstellen. Ich hatte bei mir den alten runden Schaltknauf mit dem MG 4-Gang Schema für das T9 Getriebe. Bei einem TÜV Termin hat der Prüfer vergeblich den Rückwärtsgang links hinten gesucht, sich dann aber nichts anmerken lassen. Danach habe ich das Schaltschema neu aufgravieren lassen, also Rückwärtsgang links vorne und den 5. Gang einfach wegfallen lassen. Nur so eine Idee. Weiterhin viel Erfolg.
    Viele Grüße
    Dieter

  2. Recht hast Du, Dieter! Ich spekuliere aber darauf, dass mein Prüfer kaum einen Plan vom MGB hat und quasi alles „übersieht“. Na ja, man wird sehen, ist ja noch ein wenig hin… 😉

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