Fit für die nächste Runde

Die nächsten Teilprojekte stehen quasi vor der Tür: Motorüberholung, Komplettierung der Vorder- und Hinterachse und diverse Kleinigkeiten sowie die Sondierung des weiteren Ersatzteilbedarfs. Außerdem muss die Werkstatt für den kommenden Winter fit gemacht werden, denn herbstliche 8 Grad werden nicht immer zum Basteln einladen.

Für den alten Gussklumpen auf meiner Werkbank, der bereits überholt wurde, habe ich im Web einen Motorständer angeschafft. Für runde 50 € inkl. Porto darf man jedoch kein Wunder in Sachen Qualität verlangen. Und in der Tat – die Verarbeitung könnte besser sein. Haufenweise Schweißperlen in den Vierkantrohren und der Verpackung zeugen von Produktion unter hohem Zeitdruck. Und die Montage der schwer zugänglichen und schlecht passenden Schrauben war ein Graus. Wenn das Ding aber erst mal steht, sind die Grundbedürfnisse an so ein Gerät weitgehend befriedigt. Mir reicht’s zumindest.

Der Motorständer ist auf Massen von bis zu 570 kg ausgelegt, weshalb nicht nur der kleine 1800er, sondern auch der Buick-V8 aus dem Boot meines Vaters künftig daran festgeschnallt werden kann. Glücklicherweise fanden sich kupplungsseitig vier Befestigungspunkte, mit denen ich Spencers Rumpfmotor direkt an die drehbare Platte flanschen konnte. Der Hebel zum Drehen ist zwar ein Witz, aber mit einer kontrollierten und vorsichtigen Bewegung kann man sicher klarkommen. Der Plan ist nun, den Motor so alsbald bequem zu reinigen, um dann am Kurbeltrieb die Montage zu beginnen.

In Sachen Wintertauglichkeit werde ich demnächst nochmal meine Holztür bearbeiten müssen. Im letzten Jahr hatte ich Styropor und Dachpappe verwendet, um große Lücken der Bretter zu schließen. Die Dachpappe hat sich ob ihrer mangelnden Stabilität aber bereits gegen meinen Willen selbständig gemacht. Dünne Sperrholzplatten sollen künftig mehr Stabilität bringen – eine Aufgabe für die nächste Woche…

Dämmung allein reicht mir aber nicht. Wenn im Winter draußen minus 10 Grad sind, möchte ich zur Not auch etwas basteln können. Eine Heizung ist daher von Nöten. Öfen und große Anlagen scheiden aus Kostengründen und durch den Denkmalschutz des Gebäudes aus. Außerdem reagieren sie recht träge. Im letzten Jahr habe ich daher einen Gasbrenner genutzt, der die Umgebung zwar schnell erwärmte, aber viel Feuchtigkeit produzierte und den Sauerstoff im Raum verbrauchte. Keine gute Idee, denn beim Ersticken hilft mir auch kuschelige Wärme nicht. Die Verfeuerung von allerlei Brennstoffen fällt daher grundsätzlich aus.

Meine Lösung: Eine Infrarotheizung, die man für knapp 200 € im Netz findet. Sie erzeugt unmittelbar nach dem Einschalten wohlige Strahlungswärme, welche vor allem Oberflächen erhitzt. Die Luft selbst bleibt dabei eher kalt. Für spontane Schrauberstunden genau das Richtige – auch wenn der Stromverbrauch mit 2KW natürlich hoch ist. Bei etwa 100 Stunden Nutzung im Winter sind das ca. 40 €. Das ist mir die Wärme aber wert.

Aufpassen muss man jedoch bei der Nutzung des Geräts. Weite Abstände zu brennbaren Gegenständen, das erhitzte Gerät selbst, der hohe Stromverbrauch, Blendgefahr der Röhre und definierte Neigungswinkel verhindern eine flexible Nutzung. In meiner Werkstatt jedoch gibt’s über dem Durchgang zum Lager einen idealen Platz, der es mir ermöglich, meinen Arbeitsplatz von hinten aufzuwärmen. Und nachdem in zwei sensibel abgesicherten Steckdosen gleich die Sicherungen rausflogen (ich habe dann den 230V-Anschluss meiner Starkstromleitung genutzt), hat sich die Installation wohl gelohnt. Die Strahlungswärme merkt man sofort und ich kann mir vorstellen, dass so ein Ding wirklich funktioniert. Zeigen wird dies aber erst der echte Winter.

So habe ich gestern Abend nur an der Peripherie gearbeitet, doch hinsichtlich des Komforts wird das hoffentlich ein Schritt in die richtige Richtung sein. Dass meine Werkstatt nun manchmal in rotem Pufflicht erstrahlt ist ein schrulliger Nebeneffekt. Was wohl die Nachbarn denken werden…?

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