Semifinale an der Vorderachse

Während das Drehbankfundament ob des feuchten Wetters noch ein wenig aushärten darf, konnte ich mich wieder der Vorderachse widmen. Nach langem Überlegen habe mich entschlossen, die bereits verbauten Edelstahlschrauben am vorderen Fahrgestell wieder zu entfernen. Auch wenn deren Festigkeit wahrscheinlich genügt, möchte ich das vage Gefühl der Unsicherheit doch komplett ausblenden und habe daher bei Limora alle Schrauben in originaler Qualität bestellt. Diese werde ich wohl in Kürze in der Classic Remise Berlin abholen und verbauen können.

Bis dahin habe ich den linken Radträger mit dem Querlenker verbunden und dazu die Gummidichtringe im unteren Auge für möglichst lange Haltbarkeit mit weißem Schmierfett eingesprüht. Im besten Fall hält es die Feuchtigkeit ein wenig auf Distanz und lässt den Gummi langsamer altern.

Danach kam endlich der rechte Achsschenkel dran, welcher noch nicht mit den Radlagern verheiratet war. Jetzt fand sich die Zeit und – to make a long story short: Es ging reibungslos über die Bühne, denn mittlerweile habe ich beim Umgang mit der Vorderachse eine nicht unerhebliche Routine erlangt. Es macht Spaß, wenn man an einem Punkt angelangt ist, an dem jeder Schritt automatisch und logisch von der Hand geht. Denn das ist ja nicht immer so… 😉

Zur Feier des Tages erhielten die Achsschenkelbolzen am oberen Ende jeweils eine 0,5 mm dicke Unterlegscheibe aus Edelstahl. MG sah hier keine Scheibe vor – ich denke aber, dass es nicht schadet und im besten Fall dem Zustand der Aufnahme des Hebelstoßdämpfers zu Gute kommt.

Auch den nun fertigen rechten Achsschenkel habe ich schließlich mit dem entsprechenden Querlenker verbunden und alles schön auf der Werkbank drapiert. Zur Motivationssteigerung holte ich dann noch die etwas kürzeren Federn (ca. 223 mm, 480 serienmäßige lbs, effektiv ca. 1 cm tiefer) für die Vorderachse aus dem Lager. Denn wenn die letzten Schrauben für den Fahrschemel da sind, geht’s ans große Vorderachs-Finale. Allerdings muss ich bis dahin eine gute Lösung finden, die Federn sicher und effektiv für den Einbau zu pressen. Die üblichen Federspanner gehen mir leider nicht sanft genug mit dem recht empfindlichen Lack der Federn um und haben bei der MG-Konstruktion auch äußerst wenig Platz. Wir werden sehen…

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4 Gedanken zu “Semifinale an der Vorderachse

  1. Hallo Sven, nachträglich alles Gute im neuen Jahr, Gratulation zu deiner Drehbank und viel Spass beim drehen. Zur Montage der Ferdern brauchst du nur eine 12 mm Gewindestange und einen passenden Aufsatz aus Erthalon, du musst oben im Halter ein Loch bohren und ein 12 mm Gewinde schneiden, sende mir deine e-mail Adresse dann sende ich dir Bilder wie die Konstruktion aussieht, kannst auch eine Spurstange von einen Schrottauto nehmen, funktioniert ohne Probleme und ohne Gefahr dass die die Feder um die Ohren fliegt, Findest auch bei You-Tube ein Video über die Montage. Viel Spass beim schrauben und ich lese immer wieder gerne in deinen Blogs.
    Steini aus Luxemburg.
    ps habe versucht Bilder bei dir einzustellen, klappte aber nicht

  2. Hallo Sven,

    von mir auch alles Gute zum neuen Jahr. Ich verfolge Deine Webseite nun seit geraumer Zeit und muß schon sagen echt super Leistung nach jedem Schraubertag noch eine Doku dieser Art zu pflegen Danke!!!

    Ich bin bei meiner Roadster Restauration im Moment ebenfalls an der Vorderachse. Ist mein zweites MGB Projekt und die erste Totalrestauration.

    Das mit der Endmiontage der Vorderache gehe ich etwas anders an.

    1. Komplettmontage der Vorderache ohne Federn
    2. Zur Montage des Crossmembers an der Karrosse löse ich den Stoßdämpfer vom Achschenkel. Du kannst dann den Crossmember einfach ausrichten und die Bolzen zur Befestigung gegenhalten. Bedenke das dieses bei eingebauter Feder nicht möglich ist.
    3. Feder auf Querlenker aufsetzen und mit Rangierwagenheber den Querlenker in Position bringen.

    Ich habe den Tipp von Hartmuth Stevens und es hat ohne Sonderwerkzeuge und Verletzungsrisiko auf Anhieb funktioniert. Werde es beim aktuellen Projekt nicht anders machen.

    Mit freundlichem Gruß

    Torsten

  3. Danke für den Tipp, Torsten! Auch ich werde mal die ein oder andere Idee probieren und dann berichten. Dein Vorschlag macht schon Sinn wie ich finde – das ist eine echte Option…
    Byebye, Sven

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