Mechanisches Puzzle

Ich habe es als Kind gehasst, 1.000-teilige Puzzles an verregneten Herbstabenden zusammenfügen zu müssen. Das war angeblich eine „angemessene Beschäftigung“, doch ein Teil fehlte am Ende immer. Was für ein Frust…! Mit Spencers Einzelteilen ist das irgendwie ähnlich, auch wenn meine Freude am Zusammenstecken ungleich größer ist. Das große Puzzle besteht allerdings derzeit aus kaum mehr als ein paar hundert Teilen, so dass es mir gestern Abend auch leicht fiel, das Ensemble auf dem Boden meiner Werkstatt zu drapieren. Ich konnte mich glücklicherweise noch die Funktion eines jeden Bauteils erinnern…

Ziel war es, mir damit einen wirklichen Eindruck vom aktuellen Stand der Dinge und dem künftigen Bedarf an Arbeit/Teilen zu verschaffen. Denn eine Liste über den Teilestatus zu führen heißt nicht, dass man weiß, welche Baustellen als nächstes bearbeitet werden müssen. Beim Zusammensammeln der Teile fiel mir dann auch sofort wieder auf, wie klein und übersichtlich Spencers Architektur ist. Der zwei Meter breite Teppich aus Malerfilz war beispielsweise mit dem schlanken Cockpit-Blech völlig unterfordert.

Nach der kurzen Bestandsaufnahme ist nur klar, wohin die Richtung demnächst gehen muss: Teile müssen verzinkt, die Liste weiter gepflegt, neue Teile angeschafft und noch viele alte Teile auf Restaurationstauglichkeit überprüft werden, um die vielen Nebenaggregate und Anbauteile „just in time“ fertig zu haben. Denn ich will nach dem Schweißen, jedoch vor dem Lackieren der Karosserie alle wichtigen Anbauteile einmal am Wagen montiert haben, um nicht erst nach dem Lackauftrag zu sehen, dass etwas nicht passt. Das wäre fatal…

Es geht also aktuell wieder mal um eine Phase im Restaurationsprozess, die nicht wirklich sexy ist, dafür logistisch aber umso weitreichende Konsequenzen hat. Kleine Highlights wie die kürzlich gelieferten, aus poliertem Edelstahl gefertigten Scharniere für die Rücksitzbank und den Kofferraumboden oder federgespannte Griffösen – allesamt aus dem Schiffszubehör – sind gerade dann ein willkommener Lichtstreif am Horizont. Die nicht enden wollende Belieferung durch schöne neue Ware ist schließlich ein wichtiger, weil motivierender Faktor beim Oldtimern. Der ein oder andere wird das sicher bestätigen können…

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3 Gedanken zu “Mechanisches Puzzle

  1. Mein Lieblingspuzzle war eins mit nur 24-Teilen.
    Da war man Ruck-Zuck mit fertig und konnte sich wieder schöneren Dingen zuwenden, wie meiner Siku-Auto-Sammlung.
    Auch heute bevorzuge ich die überschaubaren „Puzzle“, wie meinen Bond Bug oder die Honda Gorilla, die ich letzte Woche endlich (fast) fertig bekommen habe.

  2. Bond Bug (welches mich übrigens sehr ans Twike erinnert, das ich mal fahren durfte) und Gorilla sind ja auch recht überschaubare, wenn auch spannenden Puzzle-Optionen… Weiterhin viel Spaß damit!!! 🙂 Sven

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