Von Eichhörnchen und Murmeltieren

Mühsam ernährt sich das Eichhörnchen. Sagt der Volksmund. Was für eine Binsenweisheit! Aber es steckt ein wenig Wahrheit darin. Denn zwar ist man als Hobbybastler in einer komfortablen Situation – weil man sich glücklich schätzen darf, völlig irrationale Gedanken wirklich in die Tat umzusetzen. Doch auch dann unterliegt man den Zwängen des Alltags. Und das bedeutet: Man kann nicht immer so, wie man will.

Doch worauf will ich mit meinem Geschwafel hinaus? Es ist ein ewiger, kleiner Kampf, den es auszutragen gilt, wenn ich mich Spencer und seinen Restaurierungsbedürfnissen widme. Denn meine Zeit ist rar und aktuell steht der Fortschritt ein wenig still. Die Karosserie kommt nur langsam wieder in Form und einige Teile sind gerade bei BMH Ltd. oder Moss bestellt. Von Dynamik bin ich derzeit aber trotzdem weit entfernt.

Hinzu kommt, dass ich mittlerweile Stammkunde bei der Firma Witte geworden bin. Dort besorge ich in nun fast wöchentlich diverse Schrauben, um Spencer bei der Wiedergeburt zu unterstützen. Und täglich grüßt das Murmeltier… Der apothekengleiche Laden in Berlin Neukölln hat allerlei verbindendes Edelstahl im Angebot und schreckt auch nicht zurück, wenn man viertelzöllige Senkkopfschrauben mit Innensechskant in 7/8“ Länge benötigt. Der Herr hinterm Tresen fragt dann noch kurz: „UNC oder UNF?“, harrt der Antwort und verschwindet dann für einige Minuten im Lager. Eine kleine, aber vielsagende Plastiktüte in seiner Hand sorgt bei seiner Rückkehr für entsprechende Verzückung.

In der Regelmäßigkeit dieses Ritus liegt jedoch auch die Schattenseite. Schließlich werde ich noch dutzende Male den Weg dorthin finden müssen, um Spencer zu komplettieren. Eine einzige große Einkaufsliste wäre mir viel lieber, ist wegen der Komplexität des Projekts aber schlicht nicht machbar. Meine Geduld wird daher immer wieder auf die Probe gestellt. Und ich sage es wie es ist: Die Geduld und ich, wir sind nicht die besten Freunde. Doch vielleicht wachse ich ja mit meinen Aufgaben – Stichwort therapeutisches Schrauben… 😉

Kleine Schritte sind also das Gebot der Stunde. Ich habe deshalb zuletzt schöne Schrauben für die Türschlossfallen sowie die Griffe von Türschloss und Fensterkurbel bei Witte besorgt. Limora hatte dann noch ein paar Sonderangebote für mich auf Lager: Einen Kotflügelschutz fürs künftige Basteln am fertigen Wagen, ein günstiges Buch über britische Sportwagen (das ich wegen seines Umfangs und der schönen Fotos wirklich empfehlen kann) sowie einen Satz Lampentöpfe aus Kunststoff, welche die verrosteten Originale ersetzen werden.

Die Lampen hatte ich gestern Abend schnell gereinigt und mit den Neuteilen verheiratet. Eine Sache von Minuten. Weil mir danach andere Baustellen des MG schlicht nicht relevant erschienen, habe ich mein gutes altes Rennrad noch ein wenig auf Vordermann gebracht und freue mich schon jetzt auf die nächsten Runden mit dem japanischen Hobel. Manchmal muss man offenbar nachgeben und auf Zeiten warten, in denen Dynamik und Inspiration wieder vereint sind. Dann klappt´s auch mit dem Oldie. Eichhörnchen und Murmeltier wissen, wovon ich rede…

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