Star Dreck

Die Garage. Unendliche Weiten. Wir schreiben das Jahr 2013, Sternenzeit 10-24, der 100. Tag im MG-Projekt ist nun erreicht. Vom Ziel weiterhin keine Spur. Immer noch bewegt sich der humanoide Handwerker durch die unzähligen automobilen Dimensionen, auf der Suche nach einem neuen Leben für seinen Gefährten Spencer.

Was sich wie das Intro zu „Star Dreck“ (das passt!) liest, ist durchaus wahr. Denn – …tadaaaaaaaa!!! – nach fast drei Jahren ist gestern der 100. Tag in der Werkstatt dokumentiert worden. Und er war repräsentativ: Erfolg und Misserfolg wieder mal nah beieinander!

Zunächst habe ich meine Abflussreiniger-Action intensiviert. In einer geköpften Flasche hatte ich den sprudelnden Sud aus Wasser und Drano Power angereichert und darin das bisher unbehandelte Ende der B-Säulen-Verkleidung baden lassen. Aus dem Bad entnommen sah das Teil nach 20 Minuten zunächst unverändert aus, doch der aggressive Sprudel machte das Eloxal wieder mal mürbe und ich konnte der Leiste mit 240er, 600er und 1200er Schleifpapier den letzten Schliff verpassen. Alustaub, Schleifmittel und Wasser ergaben beim Nassschliff eine recht hübsche Kombination – eben Star Dreck! – der selbst heute im Büro noch unter den Fingernägeln bestaunt werden konnte…

Doch es hat sich gelohnt. Das Ergebnis ist eine matte Oberfläche, die man nun gut mit dem gealterten Originalzustand vergleichen kann. Der Entschluss ist damit gefasst: Ich werde alle Alu-Zierleisten entsprechend behandeln (ja, auch die teuren Dachrinnen) und habe mir dazu heute schon ein langes Sanitär-Rohr aus Kunststoff im Baumarkt besorgt, dass am Wochenende als chemisches Bad dienen soll. Ihr werdet´s sehen…

Soweit der Erfolg. Zum Misserfolg brauchte es aber nicht mehr lang: Denn mein Vorhaben, aus rohem Edelstahl mit geringe Aufwand handliche Winkel für die hinteren Scheibenrahmen zu bauen, endete in leichter Frustration.

Grund 1: Den 6 x 6 mm messenden Stab zu durchbohren ist selbst mit Standbohrer schwierig. Das Material lässt sich kaum greifen, ist sehr hart und frisst Bohrer wie T-Rex schlechte Schauspieler…

Grund 2: Beim Versuch, mittels Handgasbrenner genügend Hitze aufzubauen, um das Material zu biegen, brach das Material sofort an einer zuvor gesetzten Bohrung. Dumm, ja ja! Aber man lernt daraus: Erst biegen, dann bohren…

Grund 3: Auch das brachte nicht viel. Ich konnte zwar einen rechten Winkel in den Stahl hämmern, ihn feilen und mit viel Geduld auch mehrfach durchbohren. Doch erst nach mehr als zweienhalb Stunden und einem abgebrochenen Gewindeschneider war der kleine Winkel ansatzweise passend. Keine Option, wenn man sechs davon braucht und der Aufwand immens ist…

Ich habe mir daher heute beim Schraubendealer und im Baumarkt anderes Rohmaterial besorgt (kein VA…) und werde das Wochenende nutzen, um damit neue Experimente zu starten. Es bleibt lustig.

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2 Gedanken zu “Star Dreck

  1. Hallo Sven,

    so viel Arbeit für solche Kleinigkeiten zu investieren ist manchmal frustrierend. Mich tröstet dabei immer, wenigstens das handwerkliche Geschick und die Erfahrungswerte erweitert zu haben. 🙂
    BTW: Hast Du für die Winkel eingentlich mal an 3D-Druck gedacht? Die Form dürfte sehr einfach in einem CAD zu erzeugen sein und bei der richtigen Materialwahl dürfte die Festigkeit vollkommen ausreichend sein – immerhin hat man schon Baseballschläger gedruckt, die tatsächlich gehalten haben. Die TU-Berlin bietet sowas am Mathe Institut an – http://www.math.tu-berlin.de/3dlabor/3d-labor/

    Gruß,
    Christoph

  2. Hi Christoph,
    ja, Recht hast Du – ein Erfolg nach langem Frickeln und die Lehren, welche man daraus zieht, können durchaus entschädigen. Ich werde im kommenden Artikel auch berichten können, das sich die viele Arbeit lohnt…
    3D-Drucker hatte ich auch schon an anderen Stellen erwogen, doch bin ich bis jetzt auch so ans Ziel gekommen. Mir stünde zwar so ein Ding über Kontakte im Rheinland zur Verfügung, es erfordert aber eine neue Auseinandersetzung mit der Konstruktion und das Material ist oftmals nicht genügend belastbar.
    Spannend finde ich Rapid Prototyping aber allemal – da steckt in meinen Augen extrem viel Potenzial drin!
    Beste Grüße!!! Sven

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