Winkelei

Die Chemie-Versuche gingen am Wochenende in eine neue Runde. Denn ich habe im großen Stil Alu-Zierleisten vom Eloxal befreit. Und das sogar mit Erfolg! Als Bad diente mir ein 15er Kunststoffrohr aus der Sanitärabteilung des nächstgelegenen Baumarkts. Mit einem konischen Plastikbecher, den ich irgendwo rumliegen hatte, etwas Motordichtmasse und allerhand Klebeband habe ich einen nahezu wasserdichten Abschluss für den Boden gebastelt – trotz ca. 0,6 Meter Wassersäule. Mit ca. 3 € Materialeinsatz ist dieses Provisorium in meinen Augen völlig gelungen. Jean Pütz wäre stolz auf mich…

Das auf 65 cm gekürzte Rohr wurde dann mit Wasser und einer guten Dosis Drano Power befüllt. Hinein kamen dann die Zierleisten der Dachrinne und Fensterrahmen. 20 Minuten eine, dann noch die andere Seite – fertig. Final geschliffen wird das Zeug demnächst.

Die beste Nachricht des Wochenendes jedoch ist: Die Winkel-Odyssee hat ein Ende – ich habe beide Ausstellfensterrahmen fertig montiert! Denn im Baumarkt gibt’s nicht nur günstiges Plastik, sondern auch unvermutet perfektes Rohmaterial für die Winkel im Scheibenrahmen. Der Edelstahl kann mir in diesem Fall gestohlen bleiben!

Ich besorgte mir also Meterware eines gewinkelten Stahls sowie flache Rohlinge, die ich Stück für Stück in Form brachte. Das bereits um 90° geknickte Metall hatte die perfekten Maße für die Rahmen an der B-Säule. Ich sägte dünne Scheiben davon ab, schliff das Metall grob von Hand auf ca. 6 mm und verpasste allem einen Feinschliff mittels Flex. Dann wurden die Teile mit Letter Punch gekennzeichnet (kein Winkel ist wie der andere) und die Bohrlöcher penibel angezeichnet. Ein kurzer Schlag mit dem Körner setzte eine saubere Bohrmarke. Denn es ging um Bruchteile eines Millimeters. Schließlich sollen die Rahmen später auch wirklich passen.

Der 2,5er Bohrer machte mit dem weichen Stahl kurzen Prozess – kein Vergleich zum Edelstahl. Das Schneiden eines 3er Gewindes war dann nur noch (zeitintensive) Fleißarbeit. Final wurde alles entgratet und provisorisch zusammengesetzt.

Das flache Material benötigte ich nur bei den spitzen Winkeln an der C-Säule. Auf 6 mm heruntergeschliffen wurde der Stahl dann Stück für Stück mit Hammer und Schraubstock dem Radius der Scheibenrahmen angepasst. Dann folgte die übliche Prozedur: Löcher vermessen, bohren, Gewinde schneiden, Feintuning und mit 3er VA-Kreuzschlitz-Senkkopf-Schrauben montieren… Passt!

Die hinteren Seitenfenster sind damit fast fertig. Die kleinen Winkel müssen zwar noch gegen Rost geschützt werden und es fehlen noch ein paar passende Schrauben für die Scharniere sowie die Gummidichtungen – im Großen und Ganzen jedoch ging’s endlich mal wieder richtig voran… 🙂

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2 Gedanken zu “Winkelei

  1. Hallo Sven
    Edelstahl bearbeiten ist auch keine Hexerei.
    Bohren mit geringer Drehzahl, SS Stahlbohrer und mit der richtigen Bohr oder Schneidpaste .
    Biegen bei entsprecherder Temperatur, glühend. Gewindeschneiden mit Schneidpaste und guten SS Börner.
    Willi

  2. Hi Willi,
    ja, Recht hast Du – mit etwas Muße, Einsatz und vor allem Werkzeug lässt sich auch Edelstahl gut bearbeiten. Mir war der Aufwand zeitlich wie finanziell jedoch zu groß, denn gute VA-Gewindeschneider gehören aktuell nicht zu meiner Standard-Ausstattung. Mittlerweile habe ich eine gute Alternative gefunden…:
    https://mgbgt.wordpress.com/2013/10/29/winkelei/
    Beste Grüße! Sven

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