Das erste Mal: WIG-Schweißen mit eigenem Equipment

Yeeha! Es hat nach meinem Schweißerkurs einige Zeit gedauert, bis ich endlich mein eigenes WIG-Equipment angeschafft habe. Doch am Wochenende war es endlich soweit: Erstes Gebrutzle in der heimischem Werkstatt!

Bis dahin war es ein langer Weg: Ich musste ein passendes Gerät, Verbrauchsmaterial, Schutzbekleidung und Zusatzausrüstung auswählen – und besorgen. Als Anfänger mit wenig Erfahrung und dem Wunsch, nicht gleich Millionen ins Schweißen zu investieren eine echte Herausforderung… Wichtig für mich war vor allem, dass ich mit normalem Hausstrom schweißen kann, auch wenn ich Starkstrom in der Werkstatt habe. Die Option, das Gerät mal woanders einsetzen zu können wollte ich mir nicht nehmen lassen. Zusätzlich auf der Anforderungsliste: Vernünftige Qualität, die Option zur Alu- UND Stahlverarbeitung (ergo AC/DC), überschaubare Kosten (Profi-Geräte kosten schnell einige Tausend Euro…) sowie moderne Technik mit möglichst einfacher Bedienung. Letztlich hab ich folgende Hardware für etwas mehr als 1.000 Steine besorgt – eine Investition, die sich hoffentlich lohnt:

Nachdem das ganze Zeug in gefühlt tausenden Paketen bei mir ankam und ansatzweise sicher bzw. sinnvoll in der Werkstatt verteilt wurde (immer darauf achten, dass die Schutzgasflasche nicht umfallen kann!), spitzte ich die erste Elektrode am Schleifbock und experimentierte mit den Einstellungen sowie ein paar Edelstahl-Resten. Mein Eindruck: Das Schweißgerät kann offenbar alles, was ich bei der TÜV-Akademie gelernt habe und sollte mir daher recht umfänglich bei künftigen Arbeiten zur Seite stehen. Mehr über Qualität und Leistungsfähigkeit des Maschinchens werde ich aber wohl erst in den kommenden Monaten berichten können.

Also – es war Zeit fürs erste, kleine Schweiß-Projekt: Das Reproduzieren des Kühlergrills mit Edelstahl. Der schwarze Kunststoff-Rahmen des MGB mag für die 70er vielleicht authentisch sein, Spencers Grill hingegen soll mehr nach 60ern und Le Mans aussehen. Natürlich gibt es entsprechend einbaufertige Sets zur Umrüstung, die man für nen guten Fuffi beim MGOC kaufen kann. Doch das war grundsätzlich keine Option – denn selbst ist der Mann. Ich schweiße, also bin ich!

Im Baumarkt fand ich passende V2A-Meterware, die ich von Hand der Kontur des Plastikgrills anpassen konnte. Hier war viel Feingefühl gefragt, um den Radius der Kurven möglichst genau nachzubilden. Die Schweiß-Aufgabe des Tages bestand dann allein darin, das offene Ende mit einem weiteren Stück Edelstahl zu vervollständigen. Die beiden kleinen Schweißnähte im 90°-Winkel waren letztlich keine große Herausforderung, nachdem die richtige Stromstärke gefunden war: Es reichten 25 A, um das dünne Material zum Schmelzen zu bringen. Nun mag dieses kleine Stück Blech für Außenstehende vielleicht laienhaft und anspruchslos wirken – für mich ist es der erste Schritt in die nächste Schrauberdimension! 🙂

Ein passendes Edelstahlgitter (vom „Taubenabwehr-Shop“, was es nicht alles gibt…) ist bereits bestellt und sollte bis zum kommenden, langen Wochenende auf der Werkbank liegen. Dann wird das Kühlergrill-Projekt fortgesetzt…

Advertisements

6 Gedanken zu “Das erste Mal: WIG-Schweißen mit eigenem Equipment

  1. Hallo, habe jetzt schon gefühlte 372h gegoogelt, um mir die Frage zu beantworten welches WIG AC/DC Schweißgerät für meine Hobby mäßigen Einsatzbereiche das richtige wäre. Preislich liegen die Profigeräte, sowohl neu als auch gebraucht, einfach viel zu weit von meinem angestrebten max. Euro-Einsatz (<=1000€) einfernt. Und über die vielen China/Baumarkt Böller ließt man sehr durchwachsene Erfahrungen. In die engere Wahl würde ich bis jetzt eines von Stahlwerk schließen. Die sind im Hobby bereich relativ stark verbreitet, sodass die Anzahl im I-Net zu findender Kommentare ein einigermaßen rundes Bild abgeben, was gar nicht mal sooo negativ ist.
    Nun ist das Welbach Alpha 225 das günstigste Digitalgerät, auf das ich gestoßen bin und im Zusammenhang damit eben auch auf diese Seite, eine der wenigen wo das Gerät erwähnt wird. Daher meine Frage an dieser Stelle, wie die bisherigen Erfahrungen mit dem Gerät sind, taugt das was? Würde mich über eine Antwort freuen 😉

  2. Hi Jürgen, genauso ging es mir am Anfang auch. Kein Überblick, kaum Ahnung, wenig Informationen… Mit dem Gerät bin ich bislang aber durchaus zufrieden. Die Bedienung klappt wunderbar, sogar verhältnismäßig einfach und selbsterklärend. Die Hardware wirkt solide, bislang ging nichts zu Bruch. Genügend Düsen und Brennerhülsen sind auch dabei. Einzig beim Einschalten fliegt immer meine Sicherung der entsprechenden Steckdose raus, aber das ist wohl eher eine Frage der lokalen Installation… 🙂 Kurzum: Bislang (!) kann ich das Welbach empfehlen. Viel Erfolg, Sven!

  3. Gegen das Rausfliegen der Sicherung hilft eine trägere in den Sicherungskasten einzubauen. Hat bei mir geholfen. Hat das Wellbach 4takt oder 2takt?

  4. Gegen das Rausfliegen der Sicherung hilft eine trägere in den Sicherungskasten einzubauen. Hat bei mir geholfen. Hat das Wellbach 4takt oder 2takt?

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s