Knallbüchse: Frontline MGB „Abingdon Edition“

Vor knapp drei Jahren beglückte uns Frontline mit dem LE50, einer – wie ich finde – äußerst gelungenen Interpretation eines heiß gemachten und trotz dessen ultra-stilsicheren B GTs. Die Meinungen in der „Szene“ waren hingegen eher geteilt: Einerseits fantastisches Handwerk und ehrwürdiger Umgang mit dem Vermächtnis der Marke, andererseits moderner Mazda-Antrieb und ein „Oooh-sooo-shocking price tag“ (50 Mille, Sterling versteht sich). Wie auch immer, ich finde den LE50 nach wie vor supergeil und sehe darin schon recht genau mein Ideal eines B. Spencer soll im Idealfall ähnlich daherkommen, wenn auch weniger „flott“.

Nun haben die Mannen um Tim Fenna nochmal eine Schippe nachgelegt. Die aktuellste Ausführung ihres B trägt den Namen der MG-Heimatstadt Abingdon. Und versteckt satte 300 PS unter der berstenden Haube eines B-Roadsters!

Wer den LE50 blöd fand, wird die Abingdon Edition (hier der Artikel von PistonHeads) hassen. Noch mehr Krawall, noch teurer (das Doppelte), vor allem aber noch mehr Motor. Der 4-Pot aus dem MX-5 wurde auf gesunde 2,5 Liter aufgebohrt und schiebt die knappe Tonne B wohl mächtig nach vorn. Ein Video vom Prescott Hillclimb verdeutlicht ansatzweise die akustische und optische Rasanz des Zweisitzers. Man liest von knapp vier Sekunden von Null auf Hundert…

Authentisch ist das nur begrenzt, wenn man die originalen Fahrleistungen eines B mit relativ müdem 1.800er als Maßstab ansetzt. Jeder Diesel ist heute flotter. Und die Motorhaube, eher eine Hutze mit Rand drum rum, ist optisch eher fragwürdig. Doch wird’s Spaß machen? Aber sicher, denn nicht nur die Power stimmt. Auch das Erscheinungsbild ist unterm Strich immer noch extrem B-lastbar und zeitlos.

Im Netz kursieren unterdessen erste Hasstiraden, schließlich sei die Motorleistung technisch nicht machbar. Außerdem entflammte eine Diskussion um Preis und Markt. Da kann ich nur lachen! Es stecken gerade knapp 500, nicht bezahlte (und nicht bezahlbare) Stunden in Spencer. Und ihr seht ja, wie weit man als Hobbybastler damit kommt. 🙂 Inklusive aller Teile und mit perfektem Finish wird Spencer sicher mal an der 35.000-Pfund-Grenze kratzen, ohne die Performance der Frontline-Kisten auch nur ansatzweise abliefern zu können. Arbeit hat einfach ihren Preis, wenn man sie nicht selbst macht. Und da sind 50 Mille für den LE50 oder deren 100 für die Abingdon Edition doch ein ganz guter Deal…

Ich freue mich daher über den Mut von Frontline, die erneut ein äußerst sympathisches Wägelchen auf die hübschen Dunlop-Felgen gestellt haben. Wölfe im Schafspelz waren irgendwie schon immer mein Ding.

Nachtrag: Ich bin den Wagen im Juli 2015 gefahren. Hier gibt es erste Eindrücke davon…

Fotos von pistonheads.com

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2 Gedanken zu “Knallbüchse: Frontline MGB „Abingdon Edition“

  1. Unreserved approval.
    Habe auch so einen normalen 64er B.
    Wertgutachten 40k.
    Arbeit hat seinen Preis. Und der B sieht eben auch so aus, als wäre er letzte Woche über die Cemetery Road aus dem Werk gefahren.

    Mir gefallen auf die Dunlop-Style-Rims ausgezeichnet. Und die Farbkombination gun-grey / weinrot ist doch erste Sahne. 🙂

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