Wieder auf Touren kommen

Freudige Nachrichten erreichten mich kürzlich aus Berlin-Zehlendorf: Spencer sei, so Classic Wheels-Chef Axel Schmutzler, langsam bereit für die letzte Phase der Blecharbeiten. Zumal die früheren Basteleien an der Karosserie viel Feintuning vom Blechkünstler fordern. Und das heißt, dass der GT zur Anpassung der Kotflügel und Spaltmaße auf die eigenen Achsen und Räder gestellt werden muss. Ich war also in Zugzwang, musste die eingestaubten Teile für diese Arbeit fit machen.

Beide Achsen waren zu 90% komplettiert. Die Hinterachse musste eigentlich nur noch mit Blattfedern versehen werden. Eine Arbeit, vor der ich wenig Respekt hatte. Die neuen, damals pulverbeschichteten Teile waren im Lager schnell gefunden, genauso wie der Tieferlegungssatz für die Starrachse und frische PU-Lagerplatten und Buchsen. Weil ich allerdings etwas zu naiv an die Sache heranging wurde daraus eine größere Nummer.

Die Montage erschien zunächst simpel: PU-Material einbalsamieren, alles zusammenstecken, festziehen, fertig. Dann aber wurde mir klar, dass ich zunächst noch zwei Augen der Blattfedern von den alten Gummibuchsen befreien musste. Also schmiss ich alles in den Kofferraum meines Autos, fuhr in eine Werkstatt mit Hochdruckpresse und drückte dort die alten Gummis mit einer 27er Nuss aus. Die PU-Buchsen waren so schnell ersetzt.

Zurück in der eigenen Garage ging ich übermotiviert ans Werk. Die Gummipuffer für den Anschlag der Hinterachse montierte ich fälschlicherweise auf den Prallflächen – statt, wie vorgesehen, an der Karosserie. Hinzu kam, dass ich über die korrekte Einbaurichtung der Blattfedern nur wild spekulierte. In der Annahme, der längere Überstand zeige dorthin, wo der Unterboden am meisten Raum bietet (nach vorn) montierte ich die Federn entsprechend. Natürlich war auch das völlig falsch! Der lange Überstand mit den Federlaschen ragt nämlich nach hinten, das große Auge gehört nach vorn – wie Bilder von der Demontage im Jahr 2011 belegten! Offenbar hatte ich durch meine MG-Abstinenz in den letzten Monaten reichlich Routine eingebüßt und musste meinen eigenen Motor erst wieder auf Touren bringen… Zwei korrektive Eingriffe später sah die Achse dann aber so aus wie sie einst von MG konstruiert wurde.

Also machte ich mich an die Vorderachse: Da diese ebenfalls zur Einpassung an der Karosserie benötigt wird fand ich nichts Schlechtes daran, die Frontline-Träger und Querlenker pro forma zu installieren. Dabei kann man zum Glück nur wenig falsch machen, zumal ich auf den Einbau der Stoßdämpfer (und die Demontage des originalen Federanschlags) noch verzichtete. Mit einem Zurrgurt spannte ich die Feder mitsamt unterem Querlenker vor, demontierte dann die Armstrong-Hebeldämpfer und ersetzte sie durch die grauen Frontline-Bauteile.

Mit Hilfe meines Vaters konnte ich dann alles in mühevoller Arbeit auf einem kleinen Hänger verstauen – nicht ohne die 15-Zoll-Speichenfelgen probeweise an meinem Ford Fiesta zu testen. Das Urteil über den wilden Stilmix fiel allerdings ernüchternd aus… 😉

Nun also liegen die Teile mitsamt der Sperre und der langen Übersetzung für das Differential bei Axel bzw. Kristof, seinem talentierten Schweißer. Der macht sich jetzt daran, die Kiste vom Rollgestellt auf die eigenen Räder zu bekommen und das Blech-Kapitel bald abzuschließen.

 

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