Alles beginnt im Kopf

…Wie wahr! Also startete mein großer V8-Angriff mit der Demontage der beiden Alu-Barren, die lang genug willenlos auf dem Motor hingen. Zunächst hatte ich mir die Teile noch etwas näher angeschaut: Keine sichtbaren Risse oder Schäden und ein Guss-Stempel aus dem Jahr 2000 stellten mich zufrieden. Ich habe dann noch schnell beide Köpfe hinsichtlich ihrer Einbauposition markiert. Dann ging es los…

Mit einem geborgten Werkzeug konnte ich die Ventile problemlos aushebeln, um so die Ventilkeile zu entfernen. Danach konnten Federn, Federteller und das Ventil selbst entnommen werden. Eines der 16 Ventile rutschte nicht so cremig wie üblich aus der Führung – und am Schaft sah man eindeutige Schleifspuren. Hier hat sich wohl intensiver Dreck abgelagert und das Teil aufgerieben. Ansonsten ergaben sich am Ventiltrieb keine weiteren Befunde.

Die Ventilschaftdichtungen habe ich ohne Rücksicht auf Verluste entfernt (und dabei unbrauchbar gemacht). Schließlich sind sie oft genug Ursache für hohen Ölverbrauch oder frühzeitigen Verschleiß. Und mit ca. 20 € kostet ein neuer Satz nicht die Welt. Zur Demontage von Schaftdichtungen gibt es übrigens spezielle Zangen. Sie funktionieren in meinen Augen aber nicht wirklich besser als ein Standard-Werkzeug, mit dem man nur etwas vorsichtiger umgehen muss. Sonst beschädigt man womöglich das weiche Metall der Ventilführung.

Wichtig bei solchen Arbeiten – die Dokumentation! Ich habe deshalb jede Gruppe (Ventil, Keile, Feder und Teller plus alter Schaftdichtung) einzeln in kleinen „Drogentütchen“ verpackt und deren Position notiert. So lassen sich neu entdeckte Schäden besser zurückverfolgen. Und natürlich erleichtert das den späteren Einbau erheblich. Die Einzelteile der Köpfe und die Kipphebelwellen werde ich demnächst, nach Beratung durch Classic Wheels, überholen und vielleicht etwas optimieren.

Ganz oben an den Köpfen hatte ich schon längst ein weiteres Problem erkannt: Einer der vorgesehenen (runden) Ventildeckel besaß einen ellenlangen Öleinfüllstutzen – was mit der geringen Bauhöhe der MG-Motorhaube nicht vereinbar ist. Der Stutzen vom alten (eckigen) Deckel war hingegen kürzer, so dass ich beide tauschen konnte. Die Verschraubungen ließen sich aber nur unter Einsatz einer heißen Flamme, eines spontan geschnitzten Werkzeugs (aus dem abgesägten Heck einer alte Guzzi) und roher Gewalt lösen.

Feuer, Metall und etwas Brutalität, wie immer eine tolle Mischung – bei der man aber, wie sich herausstellte…, Bremsenreiniger-getränkte Baumwollhandtücher weit von der offenen Flamme entfernt halten sollte. Sonst fackelt die ganze Werkbank schnell lichterloh…! Davon gibt es leider kein Foto – es sah aber spektakulär aus, glaubt mir… 😉

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2 Gedanken zu “Alles beginnt im Kopf

  1. Noch ein Tipp: Der Kunststoff (orange Farbe) am Deckel des Einfüllstutzens lässt sich entfernen. Darunter kommt Aluminium zum vorschein, welches sich prima polieren lässt. Sieht viel besser aus. Gruss Andre

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