Déjà Vu

Ziemlich genau fünf Jahre liegen nun schon zwischen der Demontage des originalen Vierzylinder-Motors und meiner gestrigen Schrauber-Session, bei der es dem V8 an den Kragen ging. Was lerne ich daraus? Motoren sind im tiefsten Inneren doch alle gleich. Und fünf Jahre eine lange Zeit…

Nachdem die Zylinderköpfe bereits zerrupft wurden wollte ich den Kurbeltrieb in Einzelteile zerlegen. Mich hinderte aber der Mangel an einer 10er-Vielzahl-Nuss mit Halbzoll-Adapter an der Ausführung. Denn mit eben jener Verschraubung sitzen beim Rover-V8 die Pleuellager auf der Kurbelwelle. Eine Ebay-Bestellung und zwei Tage später war das Problem aber erledigt.

Die Pleuel waren dann schnell entnommen: Pleuelfüße entfernen, mit dem Holzstiel eines Hammers den Kolben mitsamt Pleuel aus dem Zylinder schlagen, dabei die Zylinderinnenwand möglichst nicht mit dem Pleuel berühren – fertig. Auch die sog. „Crossbolts“, also die horizontal liegenden Schrauben, welche die Kurbelwellenlager seitlich im Block stabilisieren und dem Motor seinen Namen geben, lagen schon bald auf der Werkbank.

Um die Kurbelwelle selbst zu entfernen musste noch die Steuerkette dran glauben. Der Halbmond-förmige Woodruff-Keil zur Fixierung des Kettenrads saß allerdings verdammt fest auf der Welle. Nur brutale Hammerschläge, und letztlich wildes Gezerre mit einem Seitenschneider konnten ihn überreden seinen Platz zu verlassen. Dabei wurde leider das Kettenrad zerstört – doch das ist ja sowieso ein Verschleißteil.

Mit einer 19er Stecknuss und langem Hebel löste ich dann die fünf Hauptlager der Kurbelwelle. Gut zu sehen war zu diesem Zeitpunkt auch, wie das Kupplungs-seitige Hauptlager mit einer Silikonnaht zum Rumpf hin abgedichtet wird.

Die Hauptlager – das mittlere mit der Funktion betraut, die Welle axial zu fixieren – waren recht gefügig. Nun musste nur noch die Nockenwelle gelöst und vorsichtig entnommen werden – und schon war der Motorblock all seinen Innereien beraubt (was man auch am geringeren Gewicht des Ensembles merkte).

Übrigens fand sich bei der intensiven, chirurgischen Auseinandersetzung mit dem Brocken ein Guss-Stempel aus 2002 auf dem Rumpf – ein Indiz dafür, dass der Motor aus dem letzten Produktionsjahr des Range Rover 4,6 HSE stammt.

Als nächster Schritt steht die genaue Diagnose des Motorzustands auf dem Plan. Ich werde schon bald Näheres dazu berichten.

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