V8 – Diagnose (2)

In einer ersten Diagnose nach der Demontage war ich voll des Lobes für meinen Schnäppchen-V8. Nun ja, jetzt haben die Herren von UMAP einen genaueren Blick darauf geworfen und natürlich eine Schwachstelle entdeckt: Drei der acht Laufbuchsen haben sich im Rumpf bewegt. Das ist eine typische Krankheit der Rover-Achtzylinder, weil die Buchsen nur eingeschrumpft werden und über die Jahre durchs Auf und Ab der Kolben in Bewegung geraten können. Das passiert besonders bei Überhitzung. Alu und Stahl dehnen sich eben sehr unterschiedlich aus…

Der problematische Überstand an drei Zylindern ist kaum sichtbar, doch mit der Fingerkuppe lässt er sich sowohl am Rumpf, als auch den leicht eingekerbten Köpfen gut ertasten. Lose Laufbuchsen führen übrigens zu doofen Geräuschen, der Rumpf oder die Buchsen selbst können reißen, Öl und Kühlwasser können sich vermischen, Köpfe werden beschädigt… Ein Hauptgewinn!

Es gibt zwei Lösungen für das Problem:

(A) Ich könnte (in England) einen neuen Rumpf mit frischen, optimierten Laufbuchen kaufen, doch das wäre eine Katze im Sack, zumal die Logistik eine Qual ist. Wirklich günstig ist es auch nicht.

(B) Ich kann mir sog. „Flanged Liners“, also optimierte Laufbuchsen mit einem Steg besorgen und hier einbauen lassen. Der Steg (am oberen Ende des Zylinders) wird in den Alu-Rumpf des Motors eingelassen und verhindert so, dass die Buchsen nach unten wandern. Nach oben fixiert die Zylinderkopfdichtung bzw. der Kopf selbst die Buchse durch ihre kreisrunde Auflage-Fläche. Das Problem potenzieller Bewegung wird so effektiv behoben.

Ich tendiere aktuell zu Option B, v. a. weil ich so mehr Überblick über die Qualität der Arbeit habe. Doch das Einschrumpfen neuer Laufbuchsen ist arbeitsaufwändig, man empfiehlt dazu neue Kolben, die Dichtflächen müssen geplant werden… Ja ja, ein Rattenschwanz.

UMAP wird mir nun ein finales Angebot unterbreiten und mit Paul stehe ich gerade im Kontakt, um unzählige Teile, die JWR-Ansaugbrücke und den dicken 500er Weber-Vergaser in ein Paket zu schnüren. Das wird ein teures Weihnachtsfest!

PS: Es gibt auch gute Nachrichten – der Rest des Motors ist ganz OK… 🙂

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