Rover V8: Kipphebelwellen auffrischen

Wenn es eine Achillesverse am Rover V8 gibt, dann ist es wohl der Ventiltrieb. Dessen Nockenwellen neigen nämlich unter beschleunigtem Verschleiß – und gleiches gilt für die Kipphebel bzw. ihre Wellen. Es ist daher selbstverständlich, dass ich beim Aufbau meines V8 auf neue Hardware zurückgreife.

Die Demontage bzw. das Erneuern der Kipphebelwellen ist zum Glück kein großer Akt. Die Federn und je vier Halter der Kipphebelwelle werden wieder benutzt, weil sie keinem wesentlichen Verschleiß unterliegen. Welle und Hebel sollten aber schon bei minimaler Abnutzung getauscht werden! Ob man Feder- und U-Scheiben an den Enden der Wellen ein zweites Mal benutzen kann hängt vom jeweiligen Zustand ab.

Nach dem simplen Ausbau der Welle kann man sie recht schnell zerlegen, weil ihre Enden nur mit einem Splint gesichert sind (auch den sollte man tauschen). Fest sitzende Kipphebel kann man mit einem Gummihammer ganz zärtlich von der alten Welle schieben. Im Regelfall zeigt sich dann der Zahn der Zeit – wie auch bei Spencers V8: Riefen auf der Oberfläche der Wellen und in den Führungen der Kipphebel sind keine ungewöhnliche Alterserscheinung.

Ich habe mir neue Wellen und Kipphebel in England besorgt (Made in China), die ich mit den gereinigten Altteilen wie ein leckeres Fleisch-Spieß Stück für Stück wieder zusammensetzen konnte. Dabei musste ich unbedingt darauf achten, dass die Kipphebel in der richtigen Reihenfolge und Richtung montiert werden. Das Werkstatthandbuch (PDF) gibt hier klare Anweisungen. Andernfalls wird der Ventiltrieb nicht ausreichend mit Schmierstoff versorgt. Die Fakten in aller Kürze:

  • Die Wellen haben an einer Seite eine Markierung auf Position „1 Uhr“. Dies ist die Vorderseite auf der rechten Zylinderbank, die Hinterseite auf der linken Zylinderbank (meine neuen Wellen hatten keine Markierung – ich habe sie nach dem Muster der alten mit einem Meißel markiert)
  • Kipphebel eines jeden Zylinders unterscheidet man in rechts (602153) und links (602154) – die Plättchen für die Ventile müssen bei jedem Zylinder jeweils außen liegen
  • Die Stößelseite der Hebel gehört dorthin, wo die Welle auf Position „4 Uhr“ Bohrungen für die Schmierung hat

An der Haltbarkeit einer so überholten Kipphebelwelle habe ich trotzdem noch Zweifel. Denn die Hebel schmiegen sich mit leichter Federspannung an die Halter. Weil aber beide Bauteile aus Aluminium bestehen kommt es dort schnell zu unerwünschter Reibung – und damit zu Verschleiß. Man spürt das unschöne Schleifen bereits, wenn man einen Kipphebel mit etwas Druck gegen den Halter der Welle dreht. Man kann das Problem lösen, indem man jedem Kipphebel links wie rechts dünne Passscheiben aus Stahl spendiert (also insgesamt 32 Stück). Deren Maß sollte im Idealfall 21×27-30 mm betragen, doch dieses Format ist sehr exotisch. Die Abmessungen 22×30 (0,2 mm Stärke) tut es auch. Der leicht erhöhte Abstand der Hebel sollte keinen Einfluss auf den Ventiltrieb haben – aber den Motor im Detail optimieren.

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