Rover V8: In the Making Vol. 2

Um einige Scheine ärmer, aber auch glücklich ob des vielversprechenden Ergebnisses habe ich in dieser Woche die V8-Teile von UMAP abgeholt. Das wurde in den letzten Monaten gemacht:

  • Rumpf warm abgedrückt und gereinigt
  • „Flanged Liners“ eingepresst
  • Dichtflächen geplant (0,1 mm)
  • Laufbuchsen gehont
  • Nockenwellenlager erneuert
  • Kurbeltrieb dynamisch feingewuchtet (alles einzeln)
  • Lagerflächen der Kurbelwelle poliert
  • Schwungmasse um 5 Kg auf der Drehbank erleichtert
  • Wellenschutzhülse für die poröse Dichtfläche der Riemenscheibe besorgt

Ich habe dann gestern die Haltestifte der Zylinderköpfe wieder eingeschlagen, die Hauptlagerböcke der Kurbelwelle provisorisch montiert und den Rumpf nochmal bearbeitet. Es wurden Grate entfernt, der teils blättrige Lack abgetragen und die ARP-Bolzen für die Zylinderköpfe montiert. Natürlich muss dann später alles noch einmal in die Wäsche, doch das ist unvermeidbar.

 

Die Kurbelwelle habe ich testweise mit dem Kettenrad für die Nockenwelle, der Riemenscheibe, dem Schwungrad und der Kupplungsdruckplatte vermählt (ebenfalls mit ARP-Bolzen) – einfach, weil´s verdammt lecker aussieht. 😉

 

Eine größere Aufgabe bestand darin, die neuen Kolben mit den optimierten Pleueln zu verbinden. UMAP hätte auch das für mich erledigt (und riet mir vom Selbstversuch ab). Doch ich war wieder mal angestachelt vom Teufelchen auf meiner Schulter, das immer schreit: „Los, selbst ist der Mann!“

Gesagt, getan: Im Netz fand ich ein wirklich hilfreiches Video, das mich zum Bau einer kleinen Vorrichtung inspirierte. Wichtig ist nämlich, dass die gepressten Kolbenbolzen absolut mittig ins Pleuel gelangen. Auch müssen die Positionen aller Bauteile dabei beachtet werden:

  • Pfeile auf dem Kolben zeigen in Fahrtrichtung
  • die eingegossenen Punkte auf den Pleueln der linken Zylinderbank zeigen nach hinten (rechte Zylinderbank: vorn)
  • Die Paarungen Kolben-Kolbenbolzen-Pleuel wurden vorab selektiert – die Gewichte sind ja optimiert

Die Kolbenbolzen müssen möglichst kalt in das möglichst heiße Pleuel geschrumpft werden. Für den Vorgang hat man nur 1-2 Sekunden, weil sich beim Kontakt beide Bauteile sofort verklemmen. Es geht um Tausendstel Millimeter und Schnelligkeit. Ich hatte also Respekt vor der Aufgabe…

 

Meine improvisierte Konstruktion aus Stahlresten erlaubte mir, den Kolben (mit PVC und etwas Papiertuch als Schutz vor Kratzern) sanft festzuspannen. Auf Höhe des Kolbenbolzens hatte ich einen variablen Anschlag verschweißt, der eine feine Distanzierung des Bolzens ermöglicht. Ich konnte so den (tiefgekühlten) Kolbenbolzen durch den Kolben ins heiße Pleuel schieben (mit einem Propan-Butan-Brenner so stark erhitzt, dass sich das Metall gold-blau verfärbt). Die Distanz hatte ich so gewählt, dass der Kolbenbolzen knapp 2 mm über die Mitte rutscht. Nur dann sitzt das Pleuel am Ende mittig, während der Bolzen perfekt im Kolben gleitet. Auch ich habe davon ein kleines Video gemacht:

Das war ein Job, zu dem sehr viel Fingerspitzengefühl gehört. Doch glücklicherweise hat alles geklappt – und ich habe 160 € gespart. Die Freude über die gelungene Arbeit war allerdings unbezahlbar.

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